Erfolgreich am Markt bleiben. Was Wein und Handys gemeinsam haben?

Braucht es ausschließlich Innovation und Digitalisierung wie das smart phone nahelegt oder doch einfach ein nur gutes und profitables Produkt um am Markt langfristig erfolgreich zu sein wie der Wein gut zeigt? Handies gibts noch nicht lange, Wein aber schon. Grund genug genauer hinzusehen.

Wein gibt es seit Jahrtausenden. In dieser Zeit hat er viele Rollen eingenommen. Vom billigen Rauschgetränk über das Blut Christi der Katholischen Kirche, bis zum heutigen edlen Tropfen, war der Weg weit und steinig. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit den ersten gesetzlichen Qualitätsregulativen (Weingesetze) und der Eröffnung der Weinbauschulen der Startpunkt für eine erstaunliche Karriere des Weins gelegt.

Grund war die Reblauskatastrophe mit der Auslöschung des österreichischen Weinbaus.

Mitte der 80er des 20ten Jahrhunderts ein erneuter „Schicksalsschlag“. Der Weinskandal zwang die Weinwirtschaft nach 100 Jahren erneut bei Null zu beginnen.

Erfolgreiche Wege beginnen oft mit einer Katastrophe

Dieser Neustart war sehr erfolgreich. Er zeigt uns heute, wie effektives Marketing und erfolgreiches Product Development funktionieren können.

Mit einer klaren Ausrichtung auf echte Bedürfnisse, mit einem Bekenntnis zu definierter, kontrollierter, gesteuerter und verlässlicher Qualität und einer Konzentration auf das Wesentliche.

Digitalisierung und Innovation tauchen da noch gar nicht so prominent als Wachstumstreiber auf.

Heute ist beispielsweise klar, dass wir bis um 1800 kein wirklich messbares Wachstum (ca. 0,2%) beim BSP pro Einwohner hatten, während es sich seither ca verachzigfacht hat, wie J. Bradford Delong gezeigt hat. Auch ohne Wachstum gab es viele Annehmlichkeiten des täglichen Lebens, allerdings nur für wenige.

Zweitens, ist das was uns als Innovation verkauft wird meistens eine Kombination aus altbekannten. Künstliche Intelligenz gibt’s im Kern seit rund 50 Jahren. Es ist nun aber die Zeit reif dafür weil es schnelle Computer und Clouds gibt.

Guter Wein ist das Ergebnis von Fokussierung auf weniges

Beim Wein ist es ganz ähnlich. Es gab ihn seit Jahrtausenden in ähnlich mässiger Qualität und geringem Ertrag. Ebenfalls bis ins 19. Jhdt. lag der bei rund 15hl/ha. Früher als selbst kleine Kinder lauwarmen Wein getrunken haben, gab es überdies unzählige Reben und Sorten. Es gab hohe unbestimmte Qualität für ganz wenige und schlechtes Mittelmaß für den Rest von uns.

Diese, längst verschwundenen Weine, die so genannten „hunnischen“ Sorten, kennt man heute, bis auf den weissen Heunisch (siehe oben), nicht mehr. Sie wurden in die neuen Qualitätslisten nicht zugelassen und verschwanden – als Marktführer – innerhalb weniger Jahre vollständig. Bekannt? Nokia ging’s auch so.

Die gefälligeren „fränkischen“ Weine wie zum Beispiel der Traminer und der Riesling, haben es aber zumindest in die Gegenwart der Qualitätsweine geschafft. Das wären dann also Samsung und Apple.

Gerade in einer Phase, in der der österreichische Weinbau nicht nur seit dem späten 18. Jahrhundert kontinuierlich einen Rückgang erfahren hatte, sondern auch durch die Konkurrenz neuer alkoholischer Getränke wie Bier, Schnaps, Obstmost und Kunstwein einerseits und durch Importweine andererseits in Bedrängnis geraten war, stürzte das Auftreten neuer natürlicher Feinde wie der Reblaus diesen in eine existenzielle Krise. Klingelte? Ja, klar, chinesische Hersteller.
Damals gab es belegbar alleine in der Steiermark über 250 autochthone Sorten, die Erzherzog Johann selektionierte. Kaiser Josef II hatte zuvor mit der Josephinische Zirkularverordnung vom 17. August 1784 die Buschenschanken quasi per Gesetz vorweggenommen. Die Gesamtanzahl der Sorten für ganz Österreich wurde nie erhoben, aber, dass es weit über 1000 waren ist evident.

Die Hektarerträge lagen bis ins 19. Jhdt. bei max. 15 hl. Heute ist der Hektarhöchstertrag gesetzlich mit 62,5 hl festgelegt, was in etwa einer Vervierfachung in 150 Jahren entspricht. Qualität und Preise sind dabei deutlich gestiegen, Wein ist eine wertvolle Marke geworden.

Was waren die Erfolgsfaktoren?

Die Qualität der Weine ist heute offenbar eine vollständig andere als damals.

Do the right Things – Beschränkung aufs Wesentliche

In Österreich sind heute nur mehr 22 weiße und 14 rote Rebsorten zugelassen. Der Rotweinanteil hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten verdoppelt und macht derzeit ein Drittel der österreichischen Gesamtrebfläche von knapp 46.500 ha aus und ist damit ungefähr so gross wie vor dem ersten Weltkrieg.

Standardisierung und Reduktion der Produktvielfalt war auch beim Handy ein erfolgreicher Weg.

Die Anzahl der Betriebe (analog Hersteller, Provider) hat sich seit 1987 um 69% verringert und lag 2015 bei 14.111 Betrieben mit einer durchschnittlichen Grösse von 3,2 ha (50er Jahre 1,3 ha).

Dem Konsumenten wird durch die Festlegungen des Weingesetzes (1907, letzte Fassung 2009) eine klare Orientierung geboten.
Unterschieden wird generell zwischen Wein mit Herkunft (Landwein, Qualitätswein) und Wein ohne Herkunft (Wein aus Österreich). Im Telekommarkt nennt man das grenzenloses Roaming und Heimatmarkt.

Für die Einreihung in die verschiedenen Kategorien sind die Herkunft der Trauben und der Zuckergehalt des Mostes entscheidend, ausgedrückt in Klosterneuburger Mostwaage (KMW).
Weitere unter gewissen Voraussetzungen zulässige Bezeichnungen für Qualitätswein sind beispielsweise: Kabinett, Prädikatswein (Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein, Strohwein/Schilfwein, Trockenbeerenauslese).

Grüner Veltliner und Zweigelt dominieren das Sortiment.

Do Things right – Qualität, Prozesse und Zuverlässigkeit

Mit der Gründung der Weinbauschule Klosterneuburg (1860) und den Weingesetzen 1880, 1907 und jenen der 20er, 30er und der Nachkriegsjahre wurde ein solider Rahmen geschaffen.
Die tragenden Säulen des österreichischen Weingesetzes sind heute die kontrollierte Herkunft, die Hektarertragsbeschränkung, die Qualitätsstufen und die staatliche Qualitätskontrolle.

Decision and control

Mit den Weingesetzen wurde aber auch eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg geschaffen. Messen der Produktions- und Qualitätsgrössen, einführen von Ziel- und Grenzwerten (Hektarhöchstertrag, Zuckergehalt), definierte Prozesse und Produkte.

Der so festgelegte Prozess wird überwacht (evaluiert) und über Feedback gesteuert (Sanktion und Strafe bei Abweichung).

Die Produktion findet in nur mehr wenigen streng kontrollierten Betrieben die selbst abfüllen (ca. 6000, weniger als 50% der Betriebe) statt. Die Zahl der Abfüller von Qualitätswein ist von knapp 6.500 Betrieben im Jahr 2009 auf rund 4.200 Betriebe gesunken. Die Anzahl der leistungsfähigen Betriebe über 30.000 Liter ist hingegen von rund 970 im Jahr 2009 auf über 1.500 gestiegen. Diese Betriebe stellen die Speerspitze der österreichischen Weinwirtschaft dar und arbeiten intensiv mit der ÖWM (Österreichisches Wein Marketing) zusammen.

Die Öffnung des Marktes nach dem Weinskandal 1984 hat den Druck auf die Qualität erhöht und so die Wettbewerbsfähigkeit verbessert.

Tell it to the world.

Im Durchschnitt betrug die Ernte der letzten 65 Jahre 2,3 Mio. hl, wobei sich die Größe der Ernten in den letzten 15 Jahren auf einem durchschnittlichen Niveau von 2,4 Mio. hl eingependelt hat. Kein Mengenwachstum also, sondern Qualitätsverbesserung (Premiumpakete der Provider) durch smarte Produktion und attraktive Vermarktung. Klingelte? Stichwort I-Phone Generationen!

Das 56k Modem beim Internet wurde ja auch nicht vom 112k Modem abgelöst, sondern vom Glasfaserkabel und vom WLAN.

Warum war das letztlich klug?

Wein wird in Österreich zu rund 90% aus inländischer Produktion konsumiert. Der Markt ist somit stabil. Die konsumierten Mengen sind seit Jahrzehnten gleich. Der pro Kopf Verbrauch nimmt seit Jahren, auch durch Migration und Änderungen im Lebensstil eher ab. Bier hat einen kulturellen Vorsprung, der nicht einzuholen ist.

Die Zahlungsbereitschaften nahmen aber mit der Qualität zu. Der höchste Umsatzerlös findet heute in der Klasse 6,0-9,99€ pro Bouteille statt.

Die überwachte und gesteuerte Qualitätsentwichlung und die gute Einbettung des Weingesetzes in internationale Standards haben – mit gutem Marketing- in Folge auch ausländische Märkte erschlossen. Das wäre mit Massenweinen unmöglich gewesen.

Österreichs Weinexporterlöse sind im Jahr 2016 trotz einer Serie kleiner Ernten seit 2011 auf ein neues Rekordniveau von knapp 148 Mio. Euro gestiegen. Verantwortlich dafür war ein markantes Absatzplus von 1,3 Mio. Liter bei hochwertigen Flaschenweinen, was Umsatzsteigerungen von 4,7 Mio. Euro in diesem Segment bewirkte. Der Durchschnittspreis aller Exporte stieg auf beachtliche 3,05 Euro pro Liter.

Zurück zum Ursprung

Ach ja, wovon sind wir ausgegangen? Nur mit radikaler Innovation und Digitalisierung können wir heute Wachstum erzeugen?

Mitnichten. Erfolgreiche Produkte und Services beruhen immer noch auf analogen Grundbedürfnissen. Durst und der Wunsch zu kommunizieren sind zwei davon. Sind Sie grundsätzlich erfüllt, dann Muße Wachstum einhergehen mit Qualität, Standards und Konzentration.

Wein ist ein Lebensmittel mit einer stark emotionalen Bedeutung und er ist lokal und nachhaltig. Das smart phone ist das genaue Gegenteil davon. Beide sind erfolgreich, mit den gleichen Prinzipien.

Innovation in den agrarischen Grundlagen (Reihenbepflanzung, biologischer Weinbau) und den qualitätssichernden Prozessen (Stahltank, Schraubverschluss) und der begleitenden Kontrolle (Weingesetz) zusammen mit den Konsolidierung der Betriebsgrössen nach dem Weinskandal haben einen ertragreichen, starken Markt mit wertvollen Produkten geschaffen, deren Preise den Produzenten Leben lassen.

Digitalisierung hilft hierbei sicher sehr, Innovation beim Marketing und den Produktionsverfahren auch.

Letztlich sind es aber die auch radikalen Werte Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und sichere Qualität, gepaart mit hoher Emotion die den österreichische Wein zukunftsfit gemacht haben. Beim Handy wird’s nicht anders gehen, halt nicht lokal.

Darauf gönne ich mir einen Ché (Roter Muskateller, 2016) vom Schabel in Gumpoldskirchen. Oder doch einen Weissen Heunisch? Schöne neue Weinwelt

Advertisements

Autonomes Fahren, alles schon dagewesen

Beim surfen bin ich auf die Seite Geschichte des Autonomen Fahrens gestoßen. Der Name Ernst Dickmanns war mir schon bekannt, das ist ein echt cooler Typ wie man heute sagen würde.

Bereits vor 20 Jahren hatte er mit seinen Mitarbeitern autonomes Fahren über 1000e Kilometer mit rund 180 km/h auf Basis von b/w Kameras ermöglicht. Über die holprigen Versuche heutiger Labors mit 1Tausendschaften von Forschern würde er vermutlich schmunzeln.

dickmannscar180a

Dickmanns‘ famous S-class car autonomously drives 1678 km on public Autobahns from Munich to Denmark and back, up to 158 km without human intervention, at up to 180 km/h, automatically passing other cars

 

Die Highlights nun in Kürze. Im Artikel gibt’s mehr davon.

1994: Die Roboterautos des EUREKA Prometheus Projekts fuhren ungefähr 1.000 Kilometer auf der mehrspurigen Autobahn in gewöhnlichem Verkehr bis nach Paris und dies mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Sie konnten folgende autonome Funktionen bereits etablieren:

  • Spur halten
  • im Konvoi fahren
  • automatisches Tracking anderer Fahrzeuge
  • automatischer Spurwechsel
  • autonomes Überholen

1995: Teststrecke des VaMP wird auf 1758 Kilometern erhöht, von München nach Kopenhagen und zurück. Ernst Dickmanns Team testet die Strecke mit einem menschlichen Beifahrer, dieser musste durchschnittlich alle 9 Kilometer in den Ablauf eingreifen. Einmal musste der menschliche Fahrer rund 158 Kilometer nicht eingreifen. Die Geschwindigkeit erhöht sich auf 178 Kilometer pro Stunde und die ganze Strecke bewältigte man ohne GPS.

http://www.autonomes-fahren.de/geschichte-des-autonomen-fahrens/

Elektromobilität und Infrastruktur

Diese Woche in der elektrischen autonomen Autonomen und geteilten Mobilität erscheint mir die Bedeutung der Infrastruktur als Turbo der elektrischen Wende Mission Critical zu sein.

1. Das Reichweitenproblem wird geringer durch bessere Batterien. Die Reichweiten überschreiten nun fallweise 500km.

Die Infrastruktur muss aber schnell vorrausgehen und nicht nachziehen. Ladepoints mit allen Systemen sind erforderlich. Kann bitte jemand USB zum Laden erfinden? Gibt’s dafür kein Förderprogramm?

3. Bezahlen ist immer die Killerapp. Oneklick, mit Amazon; Google, paypal, Wurscht was. Hauptsache einfach. Bitte amerikanisch denken.

4. Wir kommen an Tesla nicht vorbei. Der Volkstesla kommt. Dahinter ein dichtes Netz an Ladestellen und das Supercharger Network. Die Autoindustrie muss hurtig von Apple lernen. Tesla hat enorme Finanzmittel, geringe Verschuldung, Assets, produziert alles entlang der Wertschöpfungskette (horizontal und vertikal) selber und kann den Rollout des S3 problemlos stemmen.

5.  Batterien (stationäre Speicher) und solare Aufbringung sind für mich die Knackpunkte für den nächsten Schritt der Elektrifizierung. Damit beschäftige ich mich nach dem Urlaub. 

6. Wer in diesem Rennen den längeren Atem hat wird spannend.

7. Die Deutschen hatten den Start vergessen und sind nun langsam gestartet.

Bis dann. Schönen August!

Supercharger für alle?

Diese Woche in der elektrischen Autonomen und geteilten Mobilität finde ich eine Sache wichtig. Die Infrastruktur zum Laden.

Im Beitrag Supercharger Economics (Tesla Is in Dire Need Of A Major Course Correction) wird gut fundiert die Frage aufgeworfen, ob Tesla sein Premium Modell weiter ausweiten und betreiben kann. Die Kosten je Station werden alleine für die Errichtung mit 200-300 Tausend Dollar geschätzt, der resultierende Kilometerpreis für den Kunden (TCO) mit bis zu ca. 0,35$/km, je nach Strompreis und Anteil der Supercharger Ladevorgänge.

Was aber viel wichtiger ist: Das Ladenetz für normale Nutzer ohne Garage und ohne Supercharging kommt kaum vom Fleck. Selbst China, die USA und Indien, wichtige Märkte mit Vorbildcharakter stocken und beginnen teilweise Förderungen zu sistieren (Georga, USA).

Österreich hat gerade wieder ambitionierte Pläne (5000 Stationen bis 2020) veröffentlicht und ist generell auf einem guten Weg.

Wir müssen uns also in den nächsten Wochen die tatsächlichen Fortschritte bei der Ladeinfrastruktur und deren Lebenszykluskosten ansehen damit wir die Marktentwicklung besser verstehen können.

Diese Woche in der elektrischen autonomen Mobilität.

1 Langsam klären sich die Perspektiven. Mein Eindruck ist es, dass wir nun am Tipping Point stehen. Das heisst, die Entwicklung nimmt Fahrt auf.

2. Ich halte im Nutzfahrzeugebereich eine lange Phase paralleler Technologien für möglich. Also diverse Hybride Lösungen wie zB Gasturbine/Batterie im kommunalen Bereich oder Oberleitungssysteme mit Dieselhybrid im Logistikbereich Überland. Das kommt auf die Region/Topologie/Kultur an.

3. Bei den Bussen sollte der Staat/die EU ein Machtwort sprechen und eine vollständige Umrüstung auf Hybrid und Batterie (Phase 1 urban; Phase 2 regional) umgehen abstimmen und Co-Finanzieren.

4. Bei den militärischen Fahrzeugen und jenen  der Einsatzkräfte geben die USA Vollgas insbesonders beim autonomen Fahren. Wo ist hier Europa?

5. Bei den normalen Autos kann man das ruhig dem Markt überlassen, da ist ordentlich drive drinnen. Die spannende Frage ist für mich: Was ist künftig eine Autoindustrie? Gibt’s noch Industrie und Zulieferer oder treiben Komponenten die Entwicklung. Die gedruckten Reifen von Michelin zeigen wie schnell sich hier Produkte und Services ändern und vermischen.

Grenzen der Künstlichen Intelligenz. Wohin wir gehen werden.

Künstliche Intelligenz scheint derzeit der Schlüssel aller Überlegungen zur vollständigen Effizienzsteigerung zu sein. Die Frage welchen Stellenwert Menschen im Produktionsprozess überhaupt noch einnehmen werden ist derzeit nicht zufriedenstellend beantwortbar. Ich denke, die Antwort ist im Prinzip ganz einfach. Eine entscheidende, weil Verstehen nicht das selbe ist wie Regeln befolgen und weil eine Gesellschaft nicht die Summe von zellulären Automaten ist, wie John von Neumann, der berühmte Mathematiker stillschweigend vorausgesetzt hat.

Sir Roger Penrose, ein Mathematiker und theoretischer Physiker weist in diesem spannenden Beitrag auf #youtube auf einen sehr wesentlichen Punkt hin der derzeit meiner Meinung nach nicht ausreichend verstanden wird: Aufbauend auf den Fragen „Warum folgen wir Regeln, warum wenden wir bestimmte Regeln an?“, führt er aus, dass das Verstehen und das Befolgen von Regeln zwei grundsätzlich unterschiedliche Dinge sind.

„Der Verstand sagt uns warum bestimmte Regeln gewünschte Antworten geben!“

Verstehen ist also etwas anderes als das Befolgen von Regeln, letzteres können Computer natürlich wesentlich besser als wir es können.

Deswegen ist Künstliche Intelligenz (KI/AI) und ist das Machine Learning (eigentlich angeleitetes oder „supervised learning“ bzw. deep learning in neuronalen Netzwerken) ein sehr effizienter Ansatz, der uns wesentlich intelligenter machen wird.

Es ist und bleibt aber ein Hilfsdienst im Sinne der Neumanschen „control“, wenn wir eine souveräne Menschheit bleiben wollen, die auf Basis eigener Überlegungen, eigener Prioritäten und in vollem Bewusstsein verstehen kann und will, wie eine bessere Welt aussehen kann. Kein anderer Zweck der Digitalisierung ist vorstellbar.

„Macht euch die Erde Untertan“ (Gen, 1,28)

Die wohl berühmteste Herrschaftsformel der Welt stammt aus dem Alten Testament. Sie wird oft missverstanden. Sie ist keine überhebliche Rechtfertigung für Ausbeutung Krieg und Terror. Sie steht für eine verantwortungsvolle Herrschaft, die die Sorge um die „Beherrschten“ miteinschließt, sie ist also fürsorglich.

Digitalisierung kann uns alle Werkzeuge in die Hand geben um mit den derzeitigen Problemen UNSERER Zeit besser zu Rande zu kommen, also im Sinne Neumanns zu „controlen“. Dazu zählt eine nachhaltige und gerechte Nutzung von Ressourcen, eine effizientere Verwendung öffentlicher Gelder durch bessere Planungsgrundlagen (predict) oder die Bereitstellung des gesamten Wissens der Menschheit für alle.

Künstliche Intelligenz wird einen Teil dazu beitragen, dass dies möglich wird, dass also „control“ auf besseren „predictions“ aufbaut. Es gibt aber keinen Grund deswegen die Herrschaft an Automaten abzugeben und damit unsere Nachfahren zu – was eigentlich noch – zu degradieren und sie ihrer Freiheit und Herrschaft zu berauben.

Diesen Unterschied müssen wir berücksichtigen, sonst geht das größte Experiment der Geschichte schief.

Video Link: https://www.youtube.com/watch?v=WTbZRcW_iTM

​Diese Woche in der autonomen elektrischen Mobilität

Diese Woche kann ich aus der autonomen elektrischen Mobilität urlaubsbedingt nicht viel berichten.

Es scheint sich aber im Truck Bereich viel zu tun. Tendenz: Der Truck wie wir ihn kennen wird verschwinden. Vielmehr werden wohl Logistik Gefäße wie Container durch Elektroantrieb und Software zum autonomen Fahren in mobile, gekoppelte Units verwandelt. Soweit die Technik, das kann die Industrie schon, Einride auch in gutem Design.

Die zentrale Frage ist für mich aber, wie die Logistik dahinter aussieht.

1. First/Last Mile und Beladung der Gefässe

2. Kopplung und Routenbildung (Chinese Postman Problem falls nicht alle Units angetrieben und autonom sind)

3. Bidirektionale Auslastung wird wie gewährleistet?

Das scheint mir nur über zentrale Koordination und Steuerung effizient zu sein (@Amazon, hast Du das gehört ?)

Die nächste Welle der Amazonisierung/Uberisierung steht verm. bevor. Ob der kleine Spediteur/Botendienst das überlebt? 

​Diese Woche in der autonomen elektrischen Mobilität 

brachte wieder einige spannende Neuigkeiten. Details findet ihr in meiner Timeline in LinkedIn.

1. Autonomes Fahren könnte zu einem Verbot des selbst Fahrens führen. Zumindest hat das Angela Merkel kürzlich angedeutet.

2. Auto-Versicherungen kriegen langsam die Panik. Meines Erachtens nach gibt es die nicht mehr lange in dieser Form. Algorithmen und Crowd Lösungen werden das Ende einleiten.

3. Die fahrerlose Limousine ohne Lenkrad ist der Beginn einer völlig neuen Sicht auf Autos. Diese Woche von Audi.

4. Beim kontaktlosen Laden tut sich auch viel . Diese Woche mit Renault und Qualcomm.

5. Elektrische Hybrid Trucks (im Kommunalen Bereich – sind noch hotter als nur elektrische. Ein Blick nach Kalifornien erhellt die Szene.

Die Hybridlösungen schau ich mir genauer an,  das kontaktlose Laden demnächst auch.

Abbonieren Sie meinen Blog um am Ball zu bleiben.

Macht doch einfach einen guten Job, ÖBB!

Liebe @unsereOEBB

Es ist sicher nicht leicht 24/7 Millionen Menschen durchs Land zu befördern. Das verstehe ich.

Für uns Pendler aus der Region, für die nicht Prestige Milliarden verbaut werden, stellt sich euer Service aber nicht gut dar.

Ständige Verspätungen , Ausfälle und Fahrplanänderungen sind wir schon gewöhnt.

Viel schlimmer ist, dass ihr euch wie ein alter Ehepartner verhaltet. Ihr redet nicht mit uns. Züge fallen pmltzlich aus, um 06:05 in Liesing. Kein Personal am Bahnsteig, keine Durchsagen, kein Schienenersatzverkehr.

Ja, wir wissen dass ihr uns liebt, das muss man nicht täglich aussprechen. Seht ihr das so?

Ist es euch egal, dass wir 2-3 Stunden am Tag pendeln, mit euch, mit Jahreskarte. Wir sind keine Deppen vom Land. Wir sind Premiumkunden.

Warum kriegen wir keine Info SMS obwohl sir eure -mittlerweile echt schwer zu nutzende App – installiert haben?

Warum lasst Ihr eure Mitarbeiter so alleine da draussen und helft Ihnen nicht, die sind echt arme Schweine.

Habt ihr nicht langsam genug Controller und Manager die die E-Mobilität, die autonomen Autos und die smarten  Tarifmodelle erforschen?

Wir brauchen das alles nicht. Lasst uns damit in Ruhe. Macht euren Job, macht ihn so gut, dass wir wieder mit euch fahren wollen.

Derzeit nämlich ist unsere Ehe nicht eingeschlafen, sondern in einer schweren Krise.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑