Big Data und Archäologie 2.0 oder was Indiana Jones mit Karl Popper verbindet. 

Kennen Sie eigentlich Hiram Bingham?  In seiner Jugend war er ein guter Football Spieler. Später studierte er lateinamerikanische Geschichte an den amerikanischen Top-Unis und war Professor in Harvard, Yale und Princeton. Er heiratete die Erbin von Tiffanys, hatte sieben Kinder, war Offizier und Angeordneter zum Senat.

In Erinnerung geblieben ist er aber durch zwei Dinge. Er hat Machu Picchu (wieder) entdeckt und Georg Lucas produzierte mit Steven Spielberg die Indiana Jones Trilogie nach seinem Vorbild.

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Harrison Ford als Indy Jones und Hiram Bingham III.

Nichts was er tat war perfekt, effizient oder gar besonders zielgerichtet. Im Gegenteil:

„He was not trained in archaeology, his theories were wrong and the real Vilcabamba was discovered by another American explorer, Gene Savoy, in 1964.“

beschreibt ihn Richard Cavendish in History Today wenig schmeichelhaft. Es dürfte ihm egal gewesen sein. Bingham gehörte zu einer Generation von Archäologen, die erstens „fachfremd“ waren und zweitens von Neugier, Geltungsdrang und Abenteuerlust getrieben waren. Fallen ihnen die Parallelen zu Big-Data Ansätzen wie jenem auf?

„Gehen Sie raus, sammeln Sie ein paar Daten und schauen Sie dann, was man damit machen kann!“

Das ist im wesentlich bis heute so geblieben. Generationen von Architekten haben sich auf Basis von einzelnen Karten, Überlieferungen und Erzählungen ortsansässiger Nomaden und Bauern auf die Suche gemacht und mit zunehmender Erfahrung und einer systematischer Erfassung der Funde langsam ein gesamtes Bild entwickelt aus dem sie immer weitere Puzzlestücke ihrer Ausgrabungsstätten gefunden und freigelegt haben.

Ein größeres Puzzle.

Seit rund 30 Jahren bemüht sich die Archäologen-Zunft um eine stärker naturwissenschaftliche fundierte Ausrichtung ihres Strebens.

Erst mit der Nutzung von GIS-Daten Anfang der 90er Jahre, Methoden der Regionalanalyse Anfang der 2000er Jahre und nun von Open- und Big-Data Ansätzen kommt Bewegung in die Sache

Die Archäologie arbeitet nämlich immer noch weitgehend analog und in kleinen, individuellen Teams. Moderne IT-Methoden wie Automatisierung der Analyse von Textquellen oder Mustererkennung in der Regionalanalyse und vor allem vernetztes Arbeiten können ambitionierte Forscher wie z. B. Sarah Parcak die Forschung schnell auf ein neues, viel höheres Niveau heben.

Was Sarah Parcak macht möchte ich kurz vorstellen. Sie nutzt bereits digitale Tools um effizienter und schneller arbeiten zu können. Das ist Digitalisierung 1.0. Quasi der PC im Büro anstelle der Schreibmaschine. Wer ist aber nun Sarah (Bild unten bei Ted Talks)?

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Sarah ist Professorin für Anthropologie an der Universität von Alabama in Birmingham, USA und Leiterin des Universitätslabors für globale Gesundheitsbeobachtung und leitet das „Middle Egypt Survey Project“ in Ägypten.

Die online Plattform für inspirierende Reden, TED, beschreibt sie so:

Like a modern-day Indiana Jones, Sarah Parcak uses satellite images to locate lost ancient sites. The winner of the 2016 TED Prize, her wish will help protect the world’s cultural heritage.

Im Gegensatz zu Indy-Jones ist sie weiblich, jung und hat die Segnungen digitaler Technologien perfekt für Ihre Zwecke eingesetzt. Die Chancen stehen damit gut, dass noch in diesem Jahrhundert alle verschollenen Kulturen entdeckt werden können.

Warum dies auch für uns wichtig sein wird beschreibt Sarah so:

„Only 1/100th of one percent of archaeological sites in Egypt have been discovered. Our entire understanding of Egyptian history is based on these few discoveries. What we [Egyptologists] have discovered so far is just the tip of the iceberg.“

Damit arbeiten wir auch gegen die Zeit, weil alleine in Ägypten bereits rund ein Viertel der antiken Stätten in den letzten Jahrzehnten durch „urban sprawl“ und Plünderung verschwunden sind.

Was hat Sarah bereits entdeckt? Was kommt noch auf uns zu?

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Satellitenbilder von Dashur vor und nach der Bildbearbeitung als Basis für Parcaks Arbeit (2003).

Mit Ihrer neu entwickelten Methode entdeckte Sie 2003 in nur wenigen Wochen, anstatt von bisher Jahren, eine antike Stadt im East Delta, ein antikes Kloster aus der Zeit von 400 v. Chr. und eine weitere vergrabene Stadt im East Delta aus der Zeit von 600 vor Christus.

Alleine in Ägypten hat so sie 17 Pyramiden, 3.000 Siedlungen und 1.000 Gräber gefunden, will man TED glauben schenken. Das tun allerdings nicht alle. Der Minister of State for Antiquities, Zahi Hawass,äußerte sich kritisch: „This is completely wrong information. Any archeologist will deny this completely„. Wie auch immer.

Womit arbeitet Sarah?

Fragen wir nochmal TED:

As a space archaeologist, she analyzes infrared imagery collected from far above the Earth’s surface and identifies subtle changes that signal a manmade presence hidden from view.

Wie das genau geht hat sie in ihrem Buch: „Satellite Remote Sensing for Archaeology (Link zu Full Text) beschrieben“. Sie greift dabei auf einen (sinngemäßen) Grundsatz der Management-Kybernetik zurück auf den mich vor langer Zeit Maria Pruckner aufmerksam gemacht hat: „Information ist ein Unterschied der irgendwann einen Unterschied macht“.

Sie arbeitet dabei mit dem Spektrum des Lichts, das vom Menschen nur in einem sehr engen und begrenzten Spektrum wahrgenommen werden kann. Mit unterschiedlichen Techniken, wie der Satelllitenbildinterpretation, mit GIS-unterstützer Landschaftsinterpretation oder Infrarotbildern, können nun sichtbare und – für den Menschen – unsichtbare – Informationen zusammengebracht werden. Damit können mögliche Fundstellen schneller gefunden werden. Weiter will sie nicht gehen.

In ihrem Buch schreibt sie:

„Thus, there is no „one size fits all“ for remote sensing techniques in archaeology, and there can never be any „automatic“ feature extraction in archaeological remote sensing.“

Bei aller Wertschätzung der Archäologie und individueller Erfahrung. Ich denke es fehlt hier einfach an methodischen Zugängen die Welt mit Algorithmen und Datenstrukturen zu erforschen.

Andy Murdock hat diese Zugänge. Er öffnet der Archäologie die Möglichkeiten der Digitalisierung 2.0. Welche sind dies nun und auf was dürfen wir hoffen?

Was kann nun Digtalisierung 2.0 beitragen?

Dieser Satz fasst im Wesentlichen zusammen, was Kant festgestellt hat und den Primat der Naturwissenschaft begründet hat.

Forschung, auch Archäologie, funktioniert nämlich so, dass man eine Vorstellung davon hat, wie die Welt funktioniert.

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Kann man diese Vorstellung z.B. als Modell (siehe oben) oder Gesetz formulieren (bei Kant: reine Vernunft), dann beginnt die Suche, bis der Zusammenhang durch Erfahrung bestätigt ist (bei Kant: praktische Vernunft) oder eben nicht (Falsifizierung, z.B. Popper), wie der Pisener Archäologe Gabriele Gattilia in seinem paper: „Pisa in the middle ages“ ausführt:

Archaeology is closer and closer to science, not only because it uses scientific analysis methods but because it is based on falsifiable hypotheses, to put it as Popper would say. 

Nicht mehr nur zufällige Informationen, Vermuten und ausprobieren bzw. das Nutzen von selektiven Quellen bestimmt dann über Erfolg und Misserfolg. So wie in der Medizin kommt vor der Behandlung eine gründliche und vielleicht standardisierte Analyse und Anamnese auf dem Boden naturwissenschaftlicher Methoden und offener, vernetzter Datenquellen.

Der Anstoß für ein komplett neues Vorgehen kommt dabei von außen, dem freien Markt.

Digital new world

Democrata, ein vormaliges Startup, hat das z.B. das UK komplett beflogen und 3-D vermessen, wie das Engineering and Technology Magazine (E&T) erläutert.

Democrata has mapped the entirety of the UK using 3D-software originally developed for the British Geological Survey.

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Der Anlass dafür liegt aber nicht in archäologischen Interessen begründet, sondern im Risikomanagement von Bauunternehmen.

Befor any big construction project starts, or a major road or rail line is cut through the British countryside, there needs to be an archaeological investigation to ensure that historic sites are not destroyed. This can cost a company substantial amounts of money and add long delays in construction time.

Democrata ist also ein klassisches Unternehmen der sharing economy. Es nutzt offene Daten, die mit öffentlichen Geldern aufbereitet und von öffentlichen Stellen dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.

Democrata, a data-analytics company based at the Harwell Campus in Oxfordshire, has been given access to the world leading high performance computing and big data analysis capabilities of the Science and Technology Facilities Council’s (STFC) Hartree Centre at Sci-Tech Daresbury in Cheshire, to develop a way to predict the risk of such delays. The company won access to the Centre as part of a competition run in conjunction with the Open Data Institute, which enabled them to access to some of the UK’s best big data analysts and facilities

Eine klassische win/win Situation, bei der  Staat und Privat jeweils ihre Stärken einbringen können.

Die Archäologie kann quasi als Abfallprodukt des unternehmerischen Risikomanagements neue Wege gehen, die breiter und sicherer sind als die alten.

Welche Fragen bleiben offen?

Einige Fragen bleiben dabei offen denen wir am Weg zu einer Archäologie 2.0 unsere volle Aufmerksamkeit schenken müssen.

1. Gibt es Hinweise darauf, dass die Vision einer vernetzten, digitalen, Big Data basierten Archäologie überhaupt realistisch ist? Skepsis ist geboten.

2. So zeigt eine Analyse der Nutzungszahlen physischer und webbasierter Archive in England, dass beide kaum genutzt werden, was zumindest im zweiten Fall auf ein kulturelles Problem schließen lässt, nämlich eine IT-averse Ausbildung der Archäologen.

3. Wem gehören die Daten?: Werden die so gefundenen Daten offen zur Verfügung stehen oder werden sie in traditionellen Portalen verschwinden?

4. Wer stellt die Infrastruktur für die Datenhaltung und -bereitstellung zur Verfügung?

5. Wer wird diese enormen Mengen an offenen Daten zusammenführen und für ihre Aktualität, Integrität und Konsistenz sorgen?

6. Das Ende der exakten Wissenschaft der Theoreme: BigData basierte Archäologie wird mit vielen unstrukturierten, auch bislang privaten Daten arbeiten müssen. Bedeutet das eine Transformation in Richtung evidenzbasierte Wissenschaft und eine Absage an exakte Theoreme samt logischem Beweis? Nicht zwingend, wie wir gesehen haben.

7. Zuletzt kann Digitalisierung auch helfen, das Identifikationsproblem zu lösen. Eine Blockchain wie sie im Buch Breaking van Gogh als Unterstützung zur Verringerung des rund 200 Mrd. USD schweren Kunstraubs und illegalen Kunsthandels vorgeschlagen wird, kann auch für antike Kulturgüter Anwendung finden.

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Sie könnte überdies den Status der Archäologie eindeutig und tagesaktuell klären helfen. Ist dies technisch logistisch möglich? Wer setzt dies auf? Das riecht nach Staat, falls nicht Google&Co vorher ihre Claims abstecken.

In Folge könnte das bestehende Wissen der Archäologie systematisch- etwa mit AI-Unterstützung neu erarbeitet und bewertet werden, wie dies Eric A. Powell am Beispiel mexikanischer Siedlungen getan hat. Konkret hat er aus archäologischen Daten die Siedlungsdichten recht präzise er- und hochgerechnet und Parallelen zur heutigen urban sprawl Problematik gefunden.

Die Möglichkeiten sind also fast grenzenlos. Eine neue Ära der Archäologie mit besseren Daten beginnt. Indy Jones hat das immer schon gewusst:

„Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert.“

Digitalisierung ist das Werkzeug für eine bessere Welt.

Eine Gesellschaft, in der wir selbstbewusst und verantwortungsvoll unser Leben in die Hände nehmen. Das wär doch was.

Die Begeisterung für die Möglichkeit uns in gesteuerte und überwachte Prozesse zu zwingen soll uns den Blick darauf verstellen.

Die nächste große Sause der Banken und der Industrie verheißt nämlich gigantische Gewinne bei minimalen Grenzkosten.

Wir sollten uns ein Beispiel an den Termiten nehmen und professionelle Manager unserer Leben werden. Wir sollten die komplexen Herausforderungen der Zukunft annehmen. Dabei wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Die Welle rollt

Die Digitalisierung hat uns scheinbar wie eine Flutwelle getroffen. Alle Bereiche des Lebens werden unaufhaltsam durchdrungen. Schätzungen zufolge wird der Datenverkehr von 2015 bis 2020 um das Dreifache zunehmen und die globale Internet-Community auf 4,1 Milliarden Nutzer anwachsen. 2016 wurde soviel digitale Information produziert wie in den Jahrzehnten davor. Ganze Industrie- und Wirtschaftsbereiche werden rasant verändert oder verschwinden einfach.

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Diese Transformation zeigt sich am eindrucksvollsten in der Liste der wertvollsten Unternehmen der Welt. Während vor zehn Jahren noch konventionelle, hardwarebasierte Unternehmen der Erdöl-, Computer- und Baubranche oder der Unterhaltungselektronik die Liste anführten, sind es heute fast ausschließlich Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen die ganz vorne sind.

Manche Prognosen gehen von einem vollständigen Verschwinden materieller Produkte und einer vollständigen  Umstellung auf softwarebasierte Dienstleistungen aus. Ich bin hier skeptisch, andere sind es auch

Die deutsche Welt hat letztlich zurecht an den Einzug des Computers in die Büros der 70er und die damit verbunden gewesenen überzogenen und bis heute nicht erfüllten Erwartungen hingewiesen (Im Artikel: Irrtum 7, das papierlose Büro)

Ob mit der Digitalisierung also auch eine vollständige „Dematerialisierung“ einhergeht, ist also fraglich. 

Möglicherweise ist es so, wie die gute alte NZZ es vorhersieht:

Man wird erkennen, dass die digitale Wirtschaft völlig anders funktioniert als die materielle. Letztere ist durch den Wettkampf um begrenzte Ressourcen gekennzeichnet. Die digitale Welt hingegen profitiert vom Teilen nicht-materieller Ressourcen, die vom Prinzip her unbegrenzt sind

Wie kann man sich das vorstellen? Wie können digitale Daten den Menschen nutzen, wo wir doch derzeit eher mitkriegen, dass sie benutzt werden um uns noch besser zu kontrollieren und unsere Jobs zu eliminieren?.

Schauen wir uns zuerst mal an was derzeit passiert. Vielleicht ist ja nur unser Blick etwas vernebelt von den großen, scheinbar unlösbaren Problemen, denen die Digitalisierung unaufhaltsam begegnen muss.

Was passiert zur Zeit?

Digitalisierung ist also zuerst Mal nichts neues. Sie bezeichnet einen Prozess der seit rund 70 Jahren am Laufen ist. Mit der Einführung des Home-Computers, des digitalen TV oder des Internet für die breite Masse wurden aber die Auswirkungen für die Menschen im Alltag greifbarer.

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Der IBM Mainfraime, eine Großrechenanlage, wurde bereits 1952 eingeführt. Ihm folgten kleinere Computer und dann die PCs und Homecomputer. Wer erinnert sich nicht an den legendären Commodore C64.

Was medial derzeit mit Digitalisierung beschrieben wird, ist das sehr rasche Verknüpfen vorhandener, digitaler Dienste und Anwendungen  von global verfügbaren Services, wie Uber, Facebook, Amazon oder Netflix mit gigantischen Skaleneffekten, die sich aber auch schnell erschöpfen dürften und durch die soziale Probleme wie Verelendung, prekäre Lohnverhältnisse usw. schnell eskalieren werden. Der rasanten Abschöpfung von sehr großen Gewinnen und der Zerstörung kleinteiliger Strukturen wird nämlich nichts folgen außer der Sozialisierung der Aufräumkosten. Die mittlerweile selbst von der Industrie angestoßene Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen zeigt dies ganz deutlich. Der Industrie gehen schlicht und ergreifend die Konsumenten aus.

Diese neuen Dienste der sogenannten “sharing Economy” sind im Grunde nichts anderes als die Anwendung des Skalenprinzips der Wirtschaft, der economy of scales, auf Dienstleistungen und beschleunigen einen rasanten globalen Lohnwettbewerb.

Wem nützt das alles, uns?

Dazu muß man wissen was Economy of Scales (EoS) eigentlich ist und wie sie wirkt. Ein sehr bekanntes Beispiel für EoS ist die Einführung der Fließbandarbeit bei Ford in den 20er Jahren.

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Die Economy of Scales nutzt grundsätzlich die Vorteile einer Fließbandproduktion. Das Modell T von Ford (ugs. auch Tin Lizzie, „Blechliesel“) war bis 1972 das meistverkaufte Automobil der Welt. Die Tin Lizzie war das erste Auto, das mittels Fließbandfertigung hergestellt wurde. Nach der Umstellung auf Fließbandfertigung am 14. Januar 1914 wurde der Verkaufspreis mehr als halbiert. Um die Fertigung zu beschleunigen, wurde zwischen 1915 und 1925 außerdem nur mehr in Schwarz produziert, da man so nur eine Lackierstraße brauchte und der schwarze Japan Black Lack am schnellsten trocknete.

In der sogenannten “Sharing Economy” wird dieses Prinzip auf globaler Ebene erneut und extrem angewendet. Digitale Produkte können nämlich im Gegensatz zu materiellen, im Prinzip, beliebig skaliert werden. Wenn beispielsweise Amazon die Rechte an einem Kinofilm kauft, dann kann sie diesen zum Beispiel digitalisieren, also in ein digitales Videofile umwandeln. Dieses File kann sie dann auf einem Server über das world wide web zur Verfügung stellen. Unter der Annahme, dass dieser Server annähernd  unendliche Kapazität aufweist, kann mit einem Vorgang die gesamte Weltbevölkerung (die Zugang zu digitalen Medien hat) diesen Film zu jeder beliebigen Zeit ansehen. Die Kosten steigen für Amazon nur mehr mit der erforderlichen Technik um den Film in das world wide web zu bringen. Die Kosten für die Verteilung hin zu den Sehern tragen die Nationalstaaten (Breitbandnetze) und die Nutzer selbst (Internetanschluß).

Dazu ist auch – abgesehen von Marketing und Vertrieb – verhältnismäßig wenig Personal erforderlich. Selbst die Serverlandschaft kann ja im extrem von Amazon von einem Drittanbieter gemietet werden. Amazon betreibt aber diese Infrastruktur selbst und bietet sie auch kommerziell, unter dem Namen Amazon Web Services, Firmenkunden an.

Dieses Geschäftsmodell bringt eine Abkehr von den konventionellen wertschöpfenden Geschäftsmodellen der Vergangenheit, bei denen Filme produziert, gedreht und über Kinos und später Videotheken entlang einer langen Wertschöpfungskette entstanden sind und auch für entsprechende Steuereinnahmen gesorgt haben.

Na gut, was spricht aber gegen erhöhte Effizienz, immerhin profitieren wir alle von der industriellen Produktion und Amazon Prime schauen wir doch auch alle gerne.

Wo müssen wir zuerst ansetzen?

Im Amazon-Modell, so wie bei fast allen “Sharing Economy Modellen” wird aber nur mehr der Mehrwert der bestehenden Produkte durch digitale Verbreitung abgeschöpft. Steuern werden dabei kaum gezahlt. Amazons Firmensitz ist, so wie jener von Apple, nicht in Amerika sondern in Irland und Luxemburg.

Mit dem „Double Irish With a Dutch Sandwich“-Prinzip (siehe Bild unten) vermied Amazon weitgehend inländische Ertragsteuerzahlungen und leitete seine deutschen Unternehmensgewinne ins Niedrigsteuerland Luxemburg um. Hierzu gründete der Konzern 2003 und 2004 die Amazon Services Europe SARL, die Amazon Europe Holding Technologies SCS und die Amazon EU SARL mit aktuellem Sitz in Luxemburg. Über die Zeit gelang es Amazon, dort über zwei Milliarden US-Dollar steuerfrei anzusparen. Der Vorsteuergewinn in Deutschland betrug 2012 laut Presseberichten lediglich 10,2 Millionen Euro und die Steuern 3,2 Millionen Euro. Die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies wies dagegen 2012 einen Gewinn von 118 Millionen Euro aus, entrichtete aber wegen der Luxemburger Steuergesetze dort keine Steuern.

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Der globale Charakter der Services gibt Unternehmen wie Amazon zusätzlich noch extreme Verhandlungsmacht gegenüber den Arbeitnehmern und ser Politik, weil die Services in jedem beliebigen Land mit entsprechender digitaler Infrastruktur angeboten werden können. Kommt es zu Lohnforderungen die nicht entsprechen, dann können die Angebote in sekundenschnelle aus einem anderen Land, einem anderen Serverzentrum angeboten werden.

Das bedeutet, dass man im Zusammenhang mit digitalen und globalen Services die Arbeitnehmer immer in einen Lohnwettbewerb mit den ärmsten und billigsten Arbeitskräften die verfügbar sind schickt. Aus dieser Abwärts-Spirale gibt es derzeit kein Entkommen.

Dieses Prinzip der digitalen Services wird daher konsequent auf alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche ausgedehnt. Diese sind z.B.:

  1. Industrie 4.0 bzw. Fabrik 4.0 und 3-D Druck
  2. Mobility as a service oder Mobilität 4.0
  3. Ambiant Assistant living, smart city und smart home mit E-Health und Telemedizin
  4. Fin-Tech Services mit blockchain und virtuellen Währungen
  5. E-Gouvernement

Die Problemlage wird dabei durch die Industrie in etwa so definiert wie dies ETH Zürich Professor Dirk Helbig in der NZZ formuliert hat:

“Die Weltprobleme seien eine Konsequenz des unvernünftigen Verhaltens egoistischer Bürger, wird hier und da immer wieder behauptet. Sie würden mit ihrer Konsumorientierung die Umwelt zerstören. Daher müsse man ihr Verhalten steuern. Neben der Beeinflussung durch personalisierte Informationen («Big Nudging») könne man auch personalisierte Preise (…)  zur Verhaltenssteuerung einsetzen.”

Wir können heute noch nicht wissen, in welchem Ausmaß und wie genau Digitalisierung unser Leben, Erleben und unsere Welt und Arbeitswelt tatsächlich kontrollieren, verändern oder zerstören kann. Wir müssen aber achtsam sein.
Es droht nämlich die digitale Machtergreifung durch eine kleine Elite, gerechtfertigt durch die Weltprobleme, die man selber mit verursacht hat. Was durch Kombination von Big Data und Künstlicher Intelligenz, durch Smartphones, das Internet der Dinge und Quantencomputer technisch möglich geworden ist – da sind sich die Technologie-Experten einig – übersteigt George Orwells «1984» und Aldous Huxleys «Schöne Neue Welt» bei weitem, wie NZZ zu recht am Beispiel des Citizen Score feststellt.

Amazon weiß schon vorher, was der Besucher einer Website als Nächstes kaufen will. Der chinesische Sicherheitsapparat will in ähnlicher Weise aus den Datenspuren der Bewohner ableiten, wie sie sich künftig verhalten. Ob sie beispielsweise das Potenzial für politische Unruhestiftung haben. Oder ob sie treu den Machtanspruch der Partei akzeptieren.

As Extra Credits explains on YouTube: „If you post pictures of Tiananmen Square or share a link about the recent stock market collapse, your Sesame Credit goes down, wie Samuel Osborne vom Independent schonungslos offenlegt.sesame-credit

Diese Sichtweise verdreht die Realität, bei der eben genau sehr wenige Players exorbitante Gewinne auf Kosten der Umwelt und der Gesellschaft verzeichnen. Es geht nicht um den globalen Mittelstand, die Klein- und Mittelbetriebe oder die Ein-Personen-Unternehmen, die weite Teile der Steuerlast tragen und die Rechnung für wenige große Konzerne bezahlen. Es geht um eine Korrektur einer Entwicklung die uns alle in den Abgrund von totalitärer Überwachung, Unfreiheit, Umweltzerstörung und sozialem Elend reißen kann, wenn wir nicht gegensteuern.

Als Gesellschaft müssen wir daher eine Vorstellung zu haben, wie wir leben sollen und wollen. Erst danach sollten wir uns die relevanten Fragen stellen, wie dies zu bewerkstelligen und zu finanzieren wäre.

Worauf müssen wir uns also einstellen?

Transformationen und Krisen sind nichts ungewöhnliches, wie Karl Polanyi bereits 1944 in „The Great Transformation“ dargelegt hat.

Die Industrielle Revolution hat Millionen in die Verelendung und Unfreiheit gebracht, bevor Arbeitslosen-, Kranken- und Sozialversicherung als Korrektive zum Nutzen der Menschen eingeführt wurden. Heute haben wir in Europa und teilweise auch in Nordamerika Mindestlöhne, Pensionsansprüche und einen sehr hoch stehenden Arbeitnehmerschutz. Diese Errungenschaften sind leider nicht selbstverständlich und brauchen in einer globalisierten Welt starke Fürsprecher wie zum Beispiel die Initiativen-Organisation Campact oder die großen Non-Profit Organisationen.

Aus meiner Sicht muss unser erstes Ziel sein, jenen Lebensstandard den wir in den (westlichen) Industrieländern und den Ölstaaten erreicht haben in Ansätzen für alle Menschen auf der Welt zu ermöglichen, auch wenn das bedeutet, dass wir vielleicht einen kleinen Teil unseres materiellen Wohlstands aufgeben müssen. Vielleicht ist dieser kleine Teil aber auch gar nicht wichtig, wenn es um ein “gutes Leben” geht. Wichtig ist, dass Wohlstand mit Geld nur zum Teil tun hat.

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75.000 Dollar. Bis zu diesem Jahreseinkommen steigt den Umfragen zufolge das Glücksempfinden (siehe oben). Über diese Grenze hinaus lässt sich das Glück hingegen offenbar nicht weiter steigern.

Es braucht also eine neue, soziale Agenda, eine Vision, wie die extrem starken Veränderungskräfte der Digitalisierung zum Wohle aller wirken können.

Es geht bei der Digitalisierung also sehr wohl um eine Economy of Scales, die Skalierung zielt aber nicht auf ein noch stärkere Konzentration der Gewinne und der Vermögen ab, sondern genau im Gegenteil auf eine breitere Verteilung von Leistungen wie Bildung,  Geld und Gütern, die vielleicht auch gerechter ist. Diese Erkenntnis ist meiner Meinung nach der erste und wichtigste Schritt den wir tun können. Erkennen, dass wir handeln können und müssen und dass wir nicht Opfer eines unabwendbaren Schicksals sind.

Wir müssen dann erkennen, dass die digitale Wirtschaft völlig anders funktioniert als die materielle. Letztere ist durch den Wettkampf um begrenzte Ressourcen gekennzeichnet. Die digitale Welt hingegen profitiert vom Teilen nicht materieller Ressourcen, die vom Prinzip her unbegrenzt sind.

Damit haben wir den Schlüssel zu vielen anstehenden Problemlösungen in der Hand.

Wie ist die Ausgangsbasis?

Wenn 1 Prozent der Bürger 99 Prozent der Welt, oder 8 Milliardäre so viel wie 50% der Menschheit besitzen, dann kann das auf die Dauer nicht gut gehen (FAZ).

Thomas Pikettys,ein Wissenschafter der Paris School of Economics hat in seiner Analyse gezeigt, dass Erbrecht und Zinseszins dafür sorgen, dass diese Kluft immer weiter wächst. Das heißt: Die leistungslosen Einkommen steigen, der Wert der Arbeit schwindet. Die große Konzentration des Reichtums in den Händen weniger stelle die Mittelstandsgesellschaft infrage und beeinträchtige damit die fundamentale Basis der westlichen Demokratien, warnt der Wissenschaftler.

Die Digitalisierung so wie sie derzeit propagiert wird unterstützt aber diese Entwicklung und beschleunigt sie derzeit auch noch.

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Die OECD warnt vor einer immer extremeren Kluft zwischen Arm und Reich. Sie ist so groß, dass sie sogar das Wirtschaftswachstum der Länder hemmt. Die Experten empfehlen eine stärkere Umverteilung.

Was können wir tun?

Die UNO hat in ihren Millenniums-Entwicklungszielen als oberstes Ziel die globale Zukunftssicherung bezeichnet, für die vier programmatische Handlungsfelder festgelegt wurden, von denen Entwicklung und Armutsbekämpfung das prominenteste ist.

Dabei sind – zumindest statistisch – schon erstaunliche Fortschritte erzielt worden. Wer sich dafür interessiert, dem seien die Vorträge des schwedischen Gesundheitsprofessors Hans Roslings empfohlen, insbesondere “New insights on poverty “.

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Kritiker wie Thomas Pogge, Direktor des Global Justice Program der Yale University, kritisierten allerdings, dass viele Milleniumsziele nur erreicht werden konnten, weil die Ziele selbst oder deren Definition „geschönt“ wurden.“

Sehen wir uns aber zunächst das erste Ziel an: “Bis 2030 soll die extreme und manifeste Armut eliminiert werden.”

Derzeit leben beispielsweise mehr als 800 Mio. Menschen in extremer Armut, davon rund 80% in Subsahara-Afrika. Extrem meint ein Einkommen von weniger als 1,25 USD pro Monat, wenngleich angemerkt werden muss,dass die Erklärungskraft dieser Zahl beschränkt ist. In Afrika ist etwa der Grad an Selbstversorgung mit Lebensmitteln sehr hoch, teilweise liegt er bei 100%. Die Lebenserhaltungskosten sind also gänzlich anders aufgebaut als in industriellen Staaten..

Diese Einkommen auf 10 USD anzuheben bedeutet, dass die Einkommen dieser Menschen jährlich um rund 84 Mrd. USD wachsen müsste.

EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta beziffert alleine den Steuerausfall durch „Transaktionen missbräuchlicher Steuergestaltung“ nur in der EU auf jährlich 1000 Milliarden Euro. Soviel zu den Größenordnungen.

Umso mehr stellt sich die Frage, wie wir leben wollen und was das an politischen Entscheidungs- und Veränderungsbedarf bedeutet.

Die Bedeutung von innovativen Systemen mit denen Steuern korrekt eingehoben, Mindestlöhne garantiert und Sozialtransfers punktgenau wirken können wird hier schnell klar. Eine einseitige finanzielle Sicht ist aber nicht angebracht und würde das Problem der derzeitigen Wirtschaftsformen nur noch verstärken.

Lösungen für eine neue Gesellschaft, Digitalisierung 2.0

Im Rahmen des von Deutschland im Jahr 2013 maßgeblich angestoßenen gemeinsamen Projekts der G20-Staatengruppe gegen aggressive Steuergestaltungen multinationaler Unternehmen („BEPS“) wurden 15 Maßnahmen beschlossen, deren konsequente Umsetzung nun von der OECD überwacht wird.

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Als Killer-Applikation am Weg zur Steuergerechtigkeit und einer transparenten Regelung von Besitzverhältnissen (z.B. Land und Boden) generell wird vielfach Blockchain angesehen. Anderes gesagt, Blockchain ist im Grunde ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst“ , wie Maik Klotz in seinem Blog humorvoll erklärt.

Dezentral bedeutet, so Klotz weiter, dass das Protokoll, eine riesige Datenbank, nicht auf einem Server oder bei einem Unternehmen liegt sondern über viele Computer verteilt ist. Es gibt niemanden, dem dieses Journal gehört. Keine Behörde, Unternehmen oder Person hat Macht über dieses Journal. Jeder Teilnehmer hat die gleichen Zugriffsrechte und Möglichkeiten. Die Blockchain ist ein neutrales System der Informationsverarbeitung, welches niemandem gehört, nicht zu manipulieren oder zu hacken ist. Der Schutz vor Manipulation ist nur dann in Gefahr, wenn ein Angreifer mehr als 50 Prozent des gesamten Netzes innehat. In einem dezentralen System, wie es Blockchain ist, gibt es keinen zentralen Verwalter mehr der sagt, was richtig und was falsch ist. Wahr ist einfach das, was die Mehrheit sagt.

Die Blockchain-Technologie wird einen Teil der staatlichen Funktionen und der heutigen Banken überflüssig machen, wie wir der NZZ entnehmen können. Die Zeitschrift «Economist» erwähnte das Grundbuch. Vor allem dort, wo es bisher kein funktionierendes Grundbuch gab, nämlich in sämtlichen Entwicklungs- und in vielen Schwellenländern, wäre das eine große Chance. Schwächere Mitglieder der Weltgesellschaft könnten endlich auch gesichert Eigentum erwerben und so kreditwürdige Wirtschaftssubjekte werden. Ein Wachstumsschub wäre programmiert, vorausgesetzt, die Einführung der Grundbuch-Blockchain ginge einher mit einer die neuen Eigentumsverhältnisse begründenden Landreform. Projekte zu letzterem gibt es derzeit in Georgien (Grundbuch), Ghana und Schweden (Transaktionen). Einen guten Überblick zu Anwendungen von sogenannten Smart Contracts, also der Nutzung von Blockchain zur Herstellung vollständiger Rechtssicherheit und automatisierter Zahlungsflüsse, beispielsweise bei Urheberrechten, gibt Deloitte.

Es ist also Bewegung drin. Wir müssen zuerst mal den verkappten Weltherrschern mitteilen, dass wir das so nicht wollen. Hier habe ich noch Zweifel ob das auch alle so sehen. Jedenfalls braucht es gehörige Anstrengungen um die angestrengte Weltherrschaft einiger weniger Konzerne zu stoppen.

Die Belohnung die uns winkt ist aber unvorstellbar groß.

Das Ende der weltweiten Armut, ein Überblick was wir tun müssen um unsere Umwelt in einem guten Zustand zu erhalten und das Zurechtstutzen der parasitären Industrien wie der großen Banken, der großen Anwaltskanzleien und allen Bereichen die daran verdienen, dass uns der Überblick fehlt. Dazu gehören z.B. auch Money Transfer Systeme wie Western Union, die heute beachtenswerte Teile der Überweisungen von Expatriat Arbeitern kassieren.

Wie wir uns organisieren, wie wir arbeiten, leben und wie wir in Zukunft kommunizieren müssen?

Um kreativer zu sein, werden wir mehr ökonomische und politische Freiheiten benötigen als heute. Dank eines neuen Finanzsystems werden sich umwelt- und sozialverträgliches Verhalten lohnen. Eine Sharing Economy und Kreislaufwirtschaft werden es ermöglichen, mehr Menschen eine hohe Lebensqualität mit weniger Ressourcen zu bieten. Es werden sich neue Energiesysteme auf der Basis dezentraler Energieproduktion durchsetzen, wie die Dirk Helbing in der NZZ resumiert.

Was er anspricht zielt auf die immense Bedeutung offener Daten (Open Government Data und Open Data) und transparenter Datenflüsse ab.

Erst wenn wir wirklich Bescheid wissen über die Auswirkungen unseres Wirtschaftssystems, wenn wir einfach recherchieren können ob Hersteller von Konsumgütern Umwelt und Sozialgefüge zerstören, können wir der informierte Konsument sein, von dem die Industrie heute behauptet, dass wir es schon sind.

Das wird übrigens auch die heutige Art Werbung, PR- oder Marketing zu betreiben vollständig obsolet machen.

Am wichtigsten erscheint mir zum Schluss, dass wir eine andere Art der Zusammenarbeit brauchen.

Wir sind heute gewohnt unsere Anstrengungen durch Wettbewerb zu erhöhen, bessere Ergebnisse zu erzielen. Die desillusionierenden Ergebnisse der Deregulierung und Liberalisierung im Transportbereich zeigen uns, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

Vielfach wird verstärkt auf Kooperation gesetzt und diese ist – vor allem in sozialen Gefügen – auch ganz wichtig.

Unsere Anstrengungen müssen aber effizienteren und fehlertoleranten Wegen gelten, die nicht in strikte Hierarchien münden.

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob Termiten eine Baubehörde haben? Ob Sie eine Struktur an Meistern, Ingenieuren, Ober- und Untermaurern ausbilden und nach Tarif bezahlen? Nein. Ich schon.

Termiten bauen Häuser für Millionen Mitglieder ohne Hierarchien. Wissenschaftler der Harvard University haben Bauroboter entwickelt, die mit wenigen Prinzipien und Regeln ausgestattet einfache Bauwerke nach diesem Prinzip errichten können. Zu diesen Prinzipien zählt beispielsweise, dass man sich nicht selbst einmauert.

Ein neues System der Steuerung oder Kollaboration, das nicht dem konkurrenzförmigen hierarchischen Modell folgt, kann z.B. Stigmergie (siehe Bildunten) in den meisten seiner aktionsbasierten Systeme einsetzen. Es ist weder vernünftig noch wünschenswert, individuelle Gedanken und Aktionen einem Gruppenkonsens unterzuordnen in Bereichen, die die Gruppe nicht betreffen, und es ist offen gesagt unmöglich komplexe Aufgaben zu erledigen, wenn jede Entscheidung zur Prüfung vorgelegt werden muss — das ist die größte Schwäche des hierarchischen Modells. Der unglaubliche Erfolg so vieler Projekte ist das Ergebnis von Stigmergie, nicht Kooperation, und es ist Stigmergie, die uns helfen wird, schnell und effizient Ergebnisse zu produzieren, die weit besser sind als alles, was wir derzeit absehen können. Mal sehen ob uns das gelingt.

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Stigmergie ist ein Mechanismus indirekter Koordination zwischen Beteiligten oder Aktivitäten. Das Prinzip basiert darauf, dass eine in einer Umgebung gelegte Spur die Ausführung der nächsten Aktivität anregt — durch die gleiche oder eine andere Beteiligte. Auf diese Weise tendieren die jeweils nachfolgenden Aktivitäten dazu, sich zu verstärken und aufeinander aufzubauen, was zu einer spontanen Emergenz kohärenter und offensichtlich systematischer Aktivitäten führt. Stigmergie ist eine Form der Selbstorganisation. Sie erzeugt komplexe, offensichtlich intelligente Strukturen ohne jeglichen Bedarf nach Planung, Kontrolle oder auch direkter Kommunikation zwischen den Beteiligten. — Wikipedia (en)

Big data and urban rail- uneven partners? An answer.

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Urban Rail measurement vehicles produce a lot of data. But is a lot really big? An answer after 15 years experience.

Now, big data. Consumers complete e.g on average 10,000 credit card transactions every second (The Top 5 Trends for Big Data in Financial Services). That’s quite a lot, but still Data and not information. Still an amount good analytical software (SAS, R, etc.) could eventually handle. So what is the news on big data for the railway sector, where huge amounts of measuresments are common for decades? Is it quality? Quantity? Both? Or is it something not mentioned now?

In my opinion its all of it, more or less. My experience with the viennese Tram and Metro network over the last 15 years shows the following results:

First, the amount is neither the real problem nor a big deal.  The amount calls for vital algorithms, compression, filtering and clever storage management. No additional value from amount itself.For example, our rail measurement cars (Imagemap) running a few times a year, measuring track geometry every 25 cm with an output of 16 channels, produce 2bn records each in its 15 years lifetime.

Still you can handle this with excel, SPSS or R. Produce time series, comparison plots etc. this is not big data at all. The same data automatically localised and matched to a reference network, combined with operational characteristics (timetables, annual load), vehicle fleet (wheelsets, type of car), building date, estimations on useful life spans or maintenance activities (grinding, tamping) and wear rates tells you a lot more but still not the whole truth.

But still data. first information. Wear of grooved rail over time. Data above is from Paul Mittermayer from http://www.bamm.at

BIG means here BIG effort on techniqs to make it possible to combine lots of data sources in a consistent way, so that the result tells you more than the sum of all individual datasets alone. The above example opend for us a new insight because of the proper setup. The insight adressed annual replacement rates over longer periods (20y) and annual peaks, maybe not visible before. Even more, it builds a basis for scenarios, so the mentioned replacement rates can be drawn in a minimum/maximum box. This tells us, what to  expect and how to deal with eg. peaks in negotiations with our sponsor.

BIG is for us another word for complete, consistent, properly related data, that can (semi) automatically generate information that supports and widen our professional knowledge.

The way to this kind of process and software landscape is long and at first sight expensive. But measurement vehicles only sum up to maybe 1/7 of 15 years TCO.

But, delivered Information pays the bill more than 7 times. Ever produced an alternative scenario of a 20year replacement plan in 3 hours at no cost? Believe me, a professional engineers bill has a lot of nulls for such a duty. Not to forget internal work and unique character of results. So Big Data is more of a big question demanding simple answers.

Digitalisierung und sonst noch?

Digitalisierung ist kein Selbstläufer und braucht Visionen und mutige Entscheidungen. Soviel ist klar. Sie braucht aber auch eine gesellschaftliche Vision, sonst wird sie unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft zerstören.

 

Kriegen wir uns alle langsam wieder Mal ein?

Ja, wir alle warten auf Googles AR-Brille und haben Strichlisten am Tisch, wieviele Kollegen von der Automatisierung eliminiert werden.
Uns selber betrifft es ja nicht, weil wir doch drüber schreiben und daher drüber stehen.

Das Leben nach dem Hype

Gibt es ein Managementleben nach all den irren Hypes wie Industrie 4.0, Big Data, Augmented Reality, Smart Maintenance und den begleitenden Fluten an Managementansätzen (TPM, Kaizen, lean, reliability centered usw.)?

Steuermann über Bord! 

Können wir ohne ERP, SMS und dem semantic web noch steuern, miteinander reden und was ist steuern im Alltag, wenn nicht einmal dem Board die eigenen 220 (nachhaltigen, risk basierten) integrierten Management System Ziele bekannt sind?

Pomale, pomale!

Mir sind in den letzen Monaten ein paar Dinge aufgefallen, die mich beruhigt haben. Nichts von all den Hypes wird so wie angekündigt landen. Davon bin ich überzeugt. Es braucht aber trotzdem mutige Entscheidungen.

1. Den täglichen Hype gibt es, weil nicht über ein ganzes Bild (digitale Gesellschaft) geredet wird

2. Die Industrie treibt daher mit den Consultern täglich eine andere Sau durchs Dorf. Aktuell zB. “semantic web” und ERP.

3. Das ist auch gut so, Innovation ist der Motor unserer Gesellschaft unseres Wirtschaftssystems.

4. Langsam wirds aber Zeit, die Flöhe wieder in den Sack zu bringen. Worum geht’s denn eigentlich?

Alles wird anders!

Die Gesellschaft wird digital. Das ist ein epochaler und einmaliger Wandel dessen Auswirkungen niemand voraussehen kann.

Er wirkt auf alle Dimensionen unseres Lebens.

  1. Wir geben das Schreiben auf (Finnland und jetzt Deutschland),
  2. Wir eliminieren alle traditionellen Medien und damit unsere alte Identität (Im Radio/Fernsehen wurde gesagt =Wahrheit)
  3. Unsere Arbeitsgrundlagen  (Daten, Informationen) werden komplett digital.
  4. Unsere verrechtlichte Gesellschaft verlangt fast 100% Sicherheit, Planbarkeit und Evaluierbarkeit.
  5. Die rasche Veränderung von fast allem verlangt durchgehende, wissensbasierte Prozesse.

Damit ist der Rest klar. Jede Menge Daten brauchen also leistungsstarke IT (Kapazität), viele Datenerzeuger (IoT), Master Data Management (Eindeutigkeit der Daten, Konsistenz, Verantwortung), Semantic Web (Relevanz, Bedeutung, Kontext) und diverse Managementsysteme, damit auch alle nicht Fachleute damit umgehen können. Das ist fachlich schwierig, wird Jahrzehnte dauern, Jobs eliminieren und unzählige neue Jobs und Berufe schaffen. Wer’s nicht glaubt soll an seinen “automatischen Videorecorder” denken. Hat auch nie funktioniert, Kinos elimiert und jede Menge Jobs geschaffen (Videothek, Lieferservice, Reparatur, Forschung). Damit sind die Säue durchs Dorf getrieben.

Wozu das alles?

Aber nun bleibt die spannendste Frage. Wofür das alles? Für die Performance unserer Pensionsfonds? Den Bonus des Boards? Wohl nicht alleine. Der Buchdruck wurde verwendet um letztlich die Gesellschaft zu befreien und aufzuklären. Die Angst der katholischen Kirche vor der Kraft des gedruckten Wortes (Index)  und vor den Naturwissenschaften (Gallileo Gallilei) ist buchstäblich.

Die 4. Industrielle Revolution könnte noch weiter darüber hinausgehen, wenn wir die soziale Frage stellen:

Wem soll das alles nutzen? Uns allen, wem denn sonst!

Es braucht daher eine Politik, die Ideen hat, wie die gigantischen Skaleneffekte und Gewinnpotentiale der vierten Industriellen Revolution verteilt sein sollen. Wohl nicht alleine bei den 148 Konzernen die die Weltwirtschaft kontrollieren. In den bisherigen Revolutionen hat die Politik extrem gegengesteuert.

  1. Kranken-, Arbeitslosen-, Pensions und  Sozialversicherung.
  2. Kollektivverträge
  3. Betriebsräte
  4. Mietrecht und Mieterschutz
  5. Freier Zugang zur Bildung
  6. Karenzsystem und Kindergarten

Sind nur einige Resultate die außerhalb Europas nicht selbstverständlich sind und die Menschen tatsächlich befreit haben. Wenn nun Produktion und weite Teile der Gesellschaft automatisiert und digital ablaufen sollen, dann müssen wir entsprechend handeln.

  1. Wir werden viele wissensbasierte Berufe brauchen, die koordinieren, vermitteln und Kontexte erklären.
  2. Wir müssen ein bedingungsloses universelles Grundeinkommen einführen, weil wir nicht genug bezahlte Lohn- und Industriearbeit haben werden.

  1. Dafür müssen die Gewinne weniger players angemessen besteuert werden. Der umverteilte Gewinn fließt über den Konsum ohnedies zu den Konzernen zurück. Eine echte Kreislaufwirtschaft also.
  2. Gelingt uns das, dann können alle tun was Sie möchten. Da wir dann wissen was wir mit der Erde und den Lebensformen an sich anstellen und …

… dank all dieser Information entsprechend handeln.

Wir können z.B. unsere verbliebenen Klein- und Mittelunternehmen wirklich gut führen und unsere Jobs kompetent erledigen. Wir können auch produzieren ohne allzusehr die Umwelt zu zerstören. Wir alle könnten Industrie werden und unsere  Energie selber erzeugen (solare Wand, Erdwärme, Photovoltaik usw.).

Die Energieversorger werden Verteil- und Kontrollzentrentren für Smart Grid Management.

Das Ende der Armut

Wir besitzen nicht, sondern leihen (sharing economy), tauschen oder erzeugen selbst. Wir, das sind dann auch alle Menschen auf allen Kontinenten. Das Ende der Armut muss für alle ausgerufen werden. Das Web und soziale Medien ermöglichen uns das mit geringem Aufwand. Diese Chance müssen wir nutzen. Es geht nicht um Technik, es geht um einen großen Schritt für die Menschheit. Wir müssen ihn gehen.

Politiker, habt ihr das gehört?

Ist da jemand? Wem soll Digitalisierung eigentlich nutzen?

Gartner hat voriges Jahr seinen Hypecycle geändert.

3-D Druck ist nicht mehr so heiß, 4-D Druck ist nun ganz heiß.

Blockchain wird auch noch nicht zugetraut die Welt zu revolutionieren, smart dust aber nun doch, was immer das auch ist.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Der Hypecycle ist eine wichtige Orientierungshilfe in der Digitalisierung, die ich sehr schätze.

Er ist aber selbst referentiell, weil er das Potential von Technologien für die Wirtschaft mit den Augen der Wirtschaft sieht und bewertet.

Das funktioniert schon so nicht immer. Zur Erinnerung. Früher sind zu Silvester immer die SMS-Dienste wegen Überlastung ausgefallen. Die Lösung aus Sicht der Telekom-Provider hätte wohl an den Servern, dem SMS- Protokoll an sich oder der Bereitstellung von mehr Glasfaserlitzen bestanden.

Wir wissen wie das ausgegangen ist. Whatsapp und dem Internet gehört die Zukunft der Silvesterwünsche, bis die nächste disruptive Lösung zuschlägt. SMS ist und bleibt aber eine Kernanwendung der elektronischen und schnellen Komunikation. Whatsapp hat aber ein Problem extremer Knappheit gelöst. Das erscheint mir in bei all der Effizienzbegeistetung die derzeit herrscht wesentlich und verdient etwas mehr Aufmerksamkeit.

Das bringt mich wieder zum Hypecycle und seinem zentralen Shortcoming zurück, der fehlenden Knappheit.

Der Hypecycle ist selbstreferentiell. Weder Soziales noch Ökologisches oder Politisches dienen ihm als Ziel oder Vision. Es geht um reine Effizienz, also eine Verbesserung des Verhältnisses von Input zu Output.

Aber warum produzieren wir? Warum erschöpfen wir unsere Reserven an natürlichen Ressourcen und verschmutzen dabei die Umwelt?

Damit wir Wachstum generieren? Damit der Konsum und die Lebensqualität angekurbelt werden?

Damit wir effizienter, resilienter, smarter oder adaptiver werden?

Die neoklassisch geprägten Ökonomen, die Betriebswirte, Controller und erst Recht die Neo-Liberalen Befürworter der Entfesselung der Marktkräfte werden nicht zustimmen, aber ich möchte in Erinnerung rufen, dass es keiner dieser Gründe ist, der uns antreibt.

Es ist etwas in Vergessenheit geraten aber was uns antreibt sind elementare Probleme. Hunger, Armut, Krankheiten, Seuchen oder Bildungslosigkeit treiben uns seit Jahrtausenden an immer besser zu werden,die Naturgefahren immer mehr zu bändigen, unser Dasein immer mehr abzusichern und den ohnmächtigen Überlebenskampf in ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu verwandeln.

Es ist in Österreich offenbar in Vergessenheit geraten, aber erst zwischen 1887 und 1906 wurden Unfallversicherung, Krankenversicherung und Pensionsversicherung für alle, verpflichtend eingeführt.

Im Februar 1933, auf dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit, stand in Deutschland ein Heer von 6,1 Millionen sozial nicht abgesicherten Arbeitslosen 12 Millionen Beschäftigten gegenüber. Heute schirmen 40 Millionen Erwerbstätige 3,54 Millionen Menschen ohne Job ab (Die Presse, 2009). 

Diese Errungenschaften wurden jahrzehntelang errichtet und durch Gesetze – teilweise im Verfassungsrang – abgesichert.

Die Globalisierung hat die Schutzschranken des Erreichten morsch gemacht, wie Amerika drastisch zeigt.

Hunderte Millionen Chinesen haben so die Chance bekommen, sich aus der Armut emporzuarbeiten. In den USA hätten die Importe aus China hingegen 44 Prozent der Arbeitslosigkeit in den betroffenen Branchen verursacht. 1000 Dollar an zusätzlichen Importen hätten 500 Dollar an niedrigeren Einkommen in den USA zur Folge gehabt (Die Presse, 2016).

Und nun die Digitalisierung. Erneut könnte der schon extreme Lohndruck auf die verbliebenen Infustriearbeiter und sonstigen Angestellten massiv zunehmen.

Arbeitszeitgesetze, sichere Pensionen, Urlaubsansprüche werden konsequent in Frage gestellt, weil sie scheinbar nicht mehr leistbar sind.

Bis zu 40 % der Arbeitsplätze seien in Gefahr, weil sie durch Maschinen und Software ersetzt werden.

3.0 Millionen Menschen werden in Europa bis 2020 einen Roboterchef haben.
Menschen, Maschinen und Algorithmen werden enger kooperieren und kommunizieren, wenn es nach Gartner geht. Zum Beispiel mit „Human Brain Interaction“.

Doch erneut die Frage:“Wozu?“ und „Cui Bono?“, wem nützt das alles? Wem solte es nützen?

An erster Stelle steht meistens der Konsument. Für ihn passiert das scheinbar alles.

Dieses Konzept stößt in den entwickeln Ländern schon länger an Grenzen der Sättigung. Seit der Wirtschaftskrise 2008 hat man die Gans die goldene Eier legen soll fast geschlachtet. Reallohnverluste, starke Steigerung der Lebenserhaltungskosten und unsichere Perspektiven haben die Lust am Konsum drastisch gesenkt.

Und jetzt soll die Digitalisierung, mit der eigentlich meistens eine Automatisierung von industriellen Abläufen gemeint ist alles richten? Wie kann das gehen?

Dazu hat Matthias Horx ein paar gute Worte geschrieben, die man so zusammenfassen kann: „Angesagte Revolutionen finden meistens nicht statt“.

Disruption ist selten überraschend und unvorhersehbar, sondern:

Die deutsche Energie-Branche wurde nicht durch Technologie „disruptiert“. Auch nicht (wirklich) durch Angela Merkel, die nach dem Desaster von Fukushima die komfortablen Atom-Meiler abdrehen ließ. Die Energie-Konzerne à la Eon und RWE haben sich durch ihre Kultur selbst in die Krise geritten. Sie waren träge, innovationsfeindlich und selbstgerecht.
Sie agierten als Monopolisten. Sie verstanden zu spät, dass eine Welt, in der die Menschen selbst anfangen, Energie zu produzieren, eine ganz andere Welt sein würde als die, die am Strom von zentralen Kraftwerken hängt, welche nur von Hundertschaften von Ingenieuren betrieben werden können.

Horx schließt- aus meiner Sicht völlig zurecht und bringt wieder ins Spiel, was die Digitalisierungs-Visionäre absichtlich ausblenden. Es gibt Gestaltungsspielraum, Digitalisierung passiert nicht einfach so, wir machen und entwickeln sie.

Disruption entsteht immer dann, wenn alte Systeme träge, selbstgerecht und zukunftsblind werden. Viele Unternehmen aber – die Mehrheit! – sind durchaus vital und lernfähig. Gerade deutsche Mittelständler üben seit Jahrzehnten die Kunst der graduellen Evolution: Sie verbessern ihre Produkte, aber auch ihre Prozesse, ständig. So laufen sie den Disrupteuren einfach davon – indem sie den Wandel, dessen Opfer sie werden könnten, selbst gestalten!

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