Wo stehen wir in der künstlichen Intelligenz im Alltag der Infrastrukturinstandhaltung?

Nach meinem Ausblick zu #Blockchain auf Linkedin möchte ich in diesem Blog noch einen Blick auf #Künstliche #Intelligenz  (#KI) werfen um zu klären, was denn da eigentlich am Boden ist. 

Sehr viel meine ich und auch sehr wenig, gemessen am medialen Hype. #Machine #Learning steht am Gipfel des Gartnerschen #hypecycle (siehe Abb. unten), also am „peak“ der aufgeblasenen Erwartungen und könnte also bald ins Tal der Tränen rutschen.

So wie ich es verstehe, sind wir in der starken #KI, also einer Weltherrschaft von #Robotern und selbstlernenden Maschinen noch sehr weit entfernt. Ich sehe das ähnlich wie der von mir sehr geschätzte Wolfgang Ertel von der HS Weingarten. Vielleicht gibt es sie in 50, vielleicht in 100 Jahren. Vielleicht aber auch nicht. 

Professor Wolfgang Ertel von der HS Weingarten hat meines Erachtens nach den abgeklärtesten Zugang zum Thema AI/KI. Seinen Vortrag vom 12.11.2016 auf youtube sollte man sich ansehen und gut zuhören.

Wir müssen uns jedenfalls vorher damit befassen. Eine Sekunde nach dem entstehen der starken KI ist es zu spät, da gebe ich Prof. Ertel recht, denn dann werden wir industriell gehalten, so wie die Schweine heute von uns gehalten werden.

Bei der schwachen KI geht sicherlich derzeit viel weiter, ganz neu ist das aber nicht. Von neuen praktischen Umsetzungen liest man jedenfalls seltener als von vollmundigen Ankündigungen wie jene in Logistikbereich.

Ich selbst habe ja vor 15 Jahren vom AIT – Austrian Institute of Technology, durch Bernhard Ömer und Michael Nölle und eine krümmungsbasierte Verortungsmethode für die Gleismessdaten der Wienerlinien entwickeln lassen und wusst bis vor kurzem gar nicht, dass dieser Algorithmus im Prinzip AI ist und Big Data Methoden nutzt. Man lernt nie aus. 

Die Ergebnisse des „Big Data in Rail Maintenance Planning“ in Newark (Dez. 2016) zeigen überdies, dass wir im Eisenbahnwesen hier immer noch sehr am Anfang stehen, die Dinge aber Fahrt aufnehmen.

Die Funktionsweise von Cubal zeigt diese „historische Folie“ aus 2008. Die Abbildung unten Mitte zeigt unten den Messschrieb mit dem Krümmungsverlauf der U4. Aus dem Vergleich der festgestellten Krümmungen mit den Referenzdaten sird die Messtrecke – als U4 – rekonstruiert (Zuordnung der Strahlenbündel).

#CUBAL, jedenfalls, eine Mustererkennung (Rechnerisches Korrelationsverfahren) mit einem quantenbasierte Algorithmus auf Basis einer Schnellen Fourier Transformation (#FFT) würde man heute als #AI-Methode bzw. als #Mustervergleich (#pattern #matching) bezeichnen.

Darauf aufbauend wurde von den Wiener Linien eine Serie von Projekten gestartet  die sich mit #Mustererkennung, #DataMining #BigData und #PredictiveMaintenance befassten, auch wenn das damals nicht so genannt wurde.
Das Ergebnis ist nach fast 15 Jahren ermutigend, effizent und bildet die Basis für die Instandhaltung des Schienenetzes für die nächsten Jahrzehnte. Fein. 

Was hat sich seit damals nun aber eigentlich geändert? Was geht nun?

So wie ich das sehe, ist heute erstmal die Hardware dramatisch schneller.

Anfang der 2000er, mit einer 60 Hz Zeilenkamera und einem Windows 2000 Rechner mit DOS 6.0 als Basis für die Messeinrichtungen des Gleismesswagens war alles schwer, langsam und insgesamt träge.

Das ist wohl abgehakt. Rechnerleistung, #DataLakes, #SaaS, Kameraauflösung, #Laser- und sonstige Sensoren gibts heute fast zum Diskontpreis auf Klickbasis.

Für Datenkompression, Big Data-Verfahren, Einbindung #unstrukturierter #Daten und entsprechende Mustererkennung und Mustervergleichsverfahren gilt das auch, wie z.B. Amazon Web Service zeigt.

Synonym dafür steht #IBM ’s #Watson, die Plattform die scheinbar fast alles kann.

Ein symbolträchtiger Sieg für die künstliche Intelligenz: Der IBM-Computer „Watson“ hat seine menschlichen Gegenspieler im US-Spielshowklassiker „Jeopardy“ geschlagen.

Technisch haben wir meiner Meinung nach nun weitgehend alle Möglichkeiten um die Instandhaltung von Infrastrukturnetzen auf eine völlig neue Ebene zu heben.

Wenn die weitgehend automatisierte Erhebung, Verarbeitung, reproduzierbare Speicherung und Bewertung von Zustandsdaten heute als Künstliche Intelligenz bezeichnet wird, dann von mir aus.

Wenn die Gewinnung dieser Daten aus einer Unzahl von verschiedenen Sensoren als Internet of Things (#IoT) bezeichnet wird, von mir aus.

Mit an Drohnen installierten Kameras, also fliegenden Sensoren des IoT, die eine Auflösung von bis zu 45 Megapixeln haben, lassen sich Fahrwege von Eisenbahnen sowie Brücken, Dächer, Fassaden und andere Bauwerke deutlich einfacher und in kürzerer Zeit auf Alterungsschäden, Erosionsschäden, Korrosion und weitere Schadstellen untersuchen. BNSF und Network Rail haben schon Drohnen für ihre riesigen Netze im Einsatz.

Beides in den Griff zu kriegen ist schon nicht leicht und mit Sicherheit mit langfristig sehr hohen Kosten verbunden, denen dafür aber sehr hohe Nutzen im Bereich der Anlagensicherheit und der Punktgenauigkeit von Investitionen und Nutzungsentgelten gegenüberstehen.

Wie das praktisch gehen kann fragt man z.B auch Jochen Holzfeind von der SBB.

Er wird einem vermutlich Auskunft geben können über den Schlüsselfaktor der Digitalisierung: Erfahrene, gut ausgebildete Ingenieure, also Menschen.

Von denen gibts nicht arg viele, billiger werden Sie auch nicht. 

Solche Leute wie Jochen Holzfeind  trifft man zum Beispiel bei Schuster+Schuster, die veranstalten für an Umsetzung Interessierte das Rad Schiene Monitoring (z.B in Klosterneuburg 2017) eine extrem aktuelle und professionelle Veranstaltung, die das gesamte methodische Fundament für ein zeitgemässes praktisches Anlagenmanagement vorstellt und sich dabei von Hypes nicht blenden lässt.

Es gibt eben nichts bestechenderes als eine funktionierende Umsetzung.

In der Praxis der Infrastrukturinstandhaltung stehen wir meiner Meinung nach also auf einem soliden Fundament.

Das was heute AI/KI heißt, daran wurde bei den Eisenbahn- und Straßenerhaltern bzw. -betreibern rund 20 Jahre mit solidem Handwerk, viel eigenem Code, eigenen Experten gearbeitet. Das hat mittlerweile zu gut funktionierenden Tools geführt.

Moderne  (open) GIS-Systeme, das Aufkommen von neuen Datenquellen wie Open Data und effiziente Hardwaresysteme, geben diesen Tools überdies eine hohe Akzeptanz auch im Board, weil Ergebnisse geschlossen bilanziert und anschaulich dargestellt werden können, auch ohne teure #Tableau Lizenzen kaufen zu müssen.

Hier gibt’s von mir eine glatte 2.

Role Models sind für mich SBB, ÖBB, Network Rail, London Underground, MTR aus Hong Kong, Japan Rail East oder Deutsche Bahn. Im Strassenbereich gibts sicherlich noch viel mehr davon.

Iteration, Innovation, Disruption. Das Dreigestirn der Digitalisierung.

Die zweite und nächste Stufe im Digitalisierungsdreischritt die beispielsweise die SBB schon betreten hat ist eine vollständige Integration der bestehenden Systemlandschaft (Iterate), die Erweiterung um Big Data, SaaS, Cloud Lösungen und vor allem eine echt starke, gut abgestimmte IoT-Strategie bzw. -Landschaft. 

Alles klarerweise weitgehend automatisiert und lernfähig (Innovate).
Hier sehe ich bei den meisten noch sehr wenig. Gerade kleine Verkehrsbetriebe können hier gar nicht erst beginnen, weil sie weder know-how noch Zugang zu Systemlandschaften zum Testen haben. Von der Stange gibts hier nämlich gar nichts, günstig auch nichts. 

Hier sind Verbände wie die UIC oder der VDV gefragt, die z.B. das Entstehen von Standardlösungen im Bereich predictive maintenance ermöglichen und Unterstützen müssen. Eine Art „Office 365“ halt im AI/BigData/IoT-Bereich.

Hier gibts eine 4-5, ich sehe weit und breit keine stabile produktive Umsetzung die im betrieblichen Alltag einfach integriert ist.

Über Disruption, den dritten Schritt bei der Digitalisierung schreib ich das nächste Mal. Dazu schenken wir uns ein Gläschen ein und nehmen uns mehr Zeit.

Blockchains Fahrt ins Tal der Tränen

Gartner Hypecycle 2016.

​Es wird ja sehr viel gepostet zum Thema #Blockchain.

Offenbar mehr als umgesetzt. 

Ich hatte ja versprochen, zu dem Thema etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Gartner hat unter 

https://lnkd.in/gpYuBck einen Hinweis auf „practical Blockchain“ positioniert. So wie ich Gartner kenne exzellent und umsetzungsbezogen recherchiert.

Was ich bisher selbst recherchiert und erfragt habe zeigt mir, dass sich #Blockchain  im #hypecycle am „peak“ der aufgeblasenen Erwartungen befindet und offenbar bald ins Tal der Tränen rutschen wird (https://lnkd.in/gR4GsPu). 

Ich konnte keine erfolgskritische Umsetzung ausfindig machen. Alles was bekannt ist, sind Testcases, die bewußt nicht produktiv gesetzt werden oder Initiativen von Konsortien bspw. dem zerbröckelnden Bankenkonsortium R3 (https://lnkd.in/gP5kK-Y).

Das soll nicht entmutigen, es wird viele Tests brauchen bis #Blockchain abhebt. Dann wird’s aber klingeln. Ich denke, das wird in 7-10 Jahren sein. Vorher werden die meisten Pioniere wohl scheitern.

Ein Schicksal, dass sie mit vielen Pionieren (und altgedienten) der autonomen Automobile teilen könnten.

Life Cycle Costs and their limits of meaning

Life Cycle Costs are trendy again. At least in the railway sector. They were trendy in the late 90ies too. Unfortunately data quality was not ready then. What is important this time to take the chance and set up a really good grasp of our infrastructure costs. Don’t forget there are vehicles running on it.

First, LCC in rails has almost nothing to do with controlling real costs. In my opinion LCC is more a strategic benchmark in a way you compare defined scenarios an whether they pay off or not over a longer period. This makes sense, as infrastructure has to be provided infinitely as far as we know now. Money on the other side is limited in annual budget constraints. So we have to know if we can afford maintenance and renewal as far as we can know something about the future. LCC can then support decisions on a strategic level. For example, it is not always clear what the best moment for Re-Investment or upgrading is. A lot of questions about lost effort, new reference state, future working load and not to realise alternatives have to be answered. LCC can help not to lose orientation here.
Second, LCC supports a wider view, as boundary conditions in Form of RAMS (Reliability, availability, Maintainability, Safety) make scenarios kind of objective and comparable and show personal and material needs properly.
Third, no illusions about decission and control mechanisms. If LCC shows that a realised alternative of e.g. superstrucure is performing suboptimal, it is too late. Changing superstructure will take some decades.So, you’ll never eat lunch in this town again.

Performance of new systems is – in reality – not clear.

Last, knowing LCC needs a lot of Data, an idea of strategic planning and maintaining systems. So, first step is always have people who know their systems and the reasons why they degrade and fail. Second their knowledge should be reflected by monitoring data and prediction models. LCC can then support men’s thought by illustrating consequences of long running decisions.

Can Smart Cities fail ? Why the Lyon Estates should warn us

@Mohamed Mezghani from @UITP sent out an article posing the question „… why all the new cities worldwide look the same?“.
For me it is a reminiscence of what has happened to the Lyon Estates, a perfectly designed residential area in the block buster „Back to Future“ with Michael J. Fox in his role of a lifetime – Marty McFly.
In this movie, the Lyon Estates, ought to fulfill all the dreams of the typical american underdogs in the early 50ies. The dreams failed twice. In the movie itself and in reality, where Hildale, which is the real name of Lyon Estates, built in 1985, was demolished in 2015.
Officer Reese of the Hill valley police brought it to the point:
„They ought to tear this whole place down. Nothing more than a breeding ground for tranks, lobos, and zipheads.
And now, we are facing the next wave of urban planning and city management, even more precise, more efficient and optimised for revenue, industrial production and total safety in an alarming way.

Industry 4.0 is here, finally

Well, in my opinion, the answer why all the new cities look the same is quite easy. This is an Industry 4.0 process, it’s more about economies of scale and minimising production costs.

Heard about a big order, China recieved from Egypt? 20.000 3-D printed houses, not less.
What should draw our attention here is the fact that our whole lifes are going to be small parts of industrial processes and revenue calculations. Not more.

Beginning by international trade and the upcoming sharing economy, a big monopoly project, the brave new taxi-world, is transforming customers and workers into meaningless digits without any choice in the future.
To be continued with smart cities, the same on technology and a giant landgrab on public data (urban cockpits) and shared mobility concepts (uber, lyft and Co) are reintroducing the carriage driver of the 18th century, with unbelievable monetarian force and again with minimal wages, without a minimum of social security.
Even Ebenezer Scroogeman in the world famous story of the „Christmas Carol“ who only cares about himself and his wealth learned, that that in order for others to care about someone, that person must first care about others.
We will see how the planners and  investors behind this new urban dream will take care for us. It is to hope, that the Lyon estates will make a better life in the third trial.

It takes a village to raise a child

And it takes settlements, houses (smart homes), where families, the hearts of society are living.
These industrialised Lyon eztate concept failed in the past, when technology was not ready for the final step. Making mankind a meaningless part of profit optimisation.

Time to stand up

We should stand up against these aims. Not to misunderstand me. I am not against the chance that we can give affordable housing to the poor all over the world, as Egypt’s military rulers have promised to build a million affordable homes by 2020, a wonderful prospective. Nor do I not see the necessity of having good data in the status of the earth.
It’s just not necessarily to mix this with shareholder value and effective production alone.

I have a dream

I am missing politicians who simply annotate that we should have visions and targets that include a human and social dimension.
This show called economy is set up for us. It is a part of our lives, not a mean by itself.
This was consensus after French Revolution.
We should not forget the price Europe and the world played for this progress. Millions of dead father’s, sons, mother’s and daughters in countless wars over decades.
Therefore, urban management should be seen with respect to general aims and we should not underly the error, that cities and communities are manageable or controlable.

Really, really smart cities

Cities have been smart for 8.000 years. They grew from the size of some families to the size of 20 million.
Generation after generation we solved rock-sized problems, introduced sewers, fresh drinking water and waste management to fight successfully against diseases and child-death.
We abandoned air-emissions and noise, brought green fields back to town and finally; people started farming and harvesting even in mega cities.
Let’s trust in the idea that life is the best thing invented ever and that any one of us should take the best out of it.

And now?

Let us use technology and data to improve and ease our lifes continuously. Like people do it already all over the world.
Let business earn money, but let us keep in mind that especially the latter should be in limits, so everyone can live in go if conditions.

Who alredy does it?

Look at Bill Gates and Warren Buffet. It’s beneficial that they are unbelievable rich and give back the money they can not spend in 1000 years.
As said, industrialised settlements failed once in the USA.
Do you remember how Marty McFly in „Back to future“came back to the Lion Estates where  he grew up in the 50ies?
A depressing picture of a failed and lots idea.
(http://www.seeing-stars.com/Locations/BTTF2.shtml)
What was winning in Back to Future was „the power of love“, a power stronger than any neoliberal idea.

Uber, Lyft and the nitpickers of Mobility

This week ends with a headline of the Austin Busines Journal (Michael Theis)

image

„Lyft says bags already packed to leave town if Prop. 1 fails“

So what. To be honest, I like the idea of the Free Market. I even like disruption, automatisation (in certain limits). But I am fucked up by this deadly serious nitpickers who are mortally offended, when society tells them that all the beans are not exclusively for them and their sportscars, flats and French winery.

For me this is something like morning dawn. Can anybody remember we had a 20 year lasting discussion what suatainibility is and can be for everydays life?

Do you remember how proud we mobility guys have been on the light rail renaissance in the US, in Asia and on the BRT revolution in South America?

What I want to say is, there was more on the table than all this stupid sharing economy, consuming everything society has designed, built and maintained for decades.

Time to talk about politics and people

There is more than the idea, that proven structures and responsibility for more than quick big money.

Towns should stand up against blackmailing and fraud, like Berlin did it with AirBnB

We don’t want to make business with enterprises refusing tests, that their employees are drug free, non criminal and refuse to financially treat them as employees. Understood Lyft and Uber?

We’ll see how things to. Uber, Lyft and Co will be successful wherever economy of scale is possible, the rest we pay with our taxes. And then?

Automated for the people?

Another thing is automated driving or autonomous cars (AC). Singapore will start with autonomous taxis in 2017
, Lyft and GM also
but with electric cars. Sounds good. Not to forget autonomous bikes (Zeitgeist)

What makes me nervous is the fact, that communities and politicians are still sleeping in the cuckoo-clock.

Yes, AC. can improve transport safety. That’s why the new lobby, dubbed The Self-Driving Coalition for Safer Streets, will be led by David Strickland, long-time safety watchdog who was formerly the head of the U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA).

Yes, we can even do more mails in an AC than today in a car. So what. Burnout is just around the corner if we don’t think about a post work, post capitalism society.
Any doubts? Real wages for most Americans haven’t increased in 40 years. just one example.

But what about liveable cities? How many cars can people bear? How much green space will we need in the future of almost 10 bion people? No questions on the floor. Just silence and technology for even more profits. So sad and without any comparison in history. Total bean counting (TBC) as the only vision before it gets really cold in society.

The same damage wherever we have a look.

Internet of things and smart homes? Have a look at googles pains with nest and tados success collecting money.
It’s clear that we can live without this gadgets. It’s unclear if Industry can force us (e.g. via standardisation) to buy these things. Are they beneficial? We’ll see. I doubt.

Let the market device, not monopolists

Just remember Windows 3.1. and the ashaming little progress Microsoft made in the last 20 years. No one really needs Windows 10. It’s brute force to stop supply for clients just to sell more of the (really bad) same and fight against Linux and open source in the public sector of Bavaria and Vienna, Austria (

Wienux open source).
But even here the old models do not work anymore, as Microsoft is taking open source serious to sustain earnings.

Revolution will eat it’s kids once more

In my opinion, all this revolutions starting with Industry 4.0, ending with Augmented reality and Artificial Intelligence will come but not the way we think now.
People in the future won’t have much money. They will say up sharing economy using clever open source tools to share food and time, cars and books.
They will definitively not raise their consume to pay the Lamborghini of a 25 year old Harvard Bastard.

The will make a pause and leave Facebook and join regional platforms to know more about life around them.

They will have autonomous cars, but only 10% of today’s cars and of today’s parking space.
States will have a look on tax contribution of „enterprises“ like lyft and uber.

Innovation welcome but with an improvement of our lifes

Let’s see if they can compete then. If they can, I will be glad as I really like progress.
I like my smart phone, I like my car, the Viennese public transit system and the fact that my kid has a 99.99% Chance to become 100 years old.
We live in amazing times that have never been and maybe – After oil runs out – will never be.
Whatever will come, let’s have our eyes on technology as a means of living quality. Be aware, be progressive, be a citizen of tomorrow.

Wer sind die neuen Gatekeeper? Digitalisierung in der Medienbranche.

Die Haufe-Verlagsgruppe beispielsweise hat vor zwanzig Jahren noch 97 % des Umsatzes mit Papiertexten gemacht, heute sind es 97 % mit digitalen Dienstleistungen — und deutlich mehr Beschäftigten. In den 90er Jahren war News das Flaggschiff der österreichischen Medienbranche. Jörg Haiders Aufstieg und Thomas Klestils Fall wurden von News begleitet, verkündet, ja gemacht. Heute ist es still geworden um News. Die Zukunft des Print-Mediums sieht wenig rosig aus.

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Die Digitalisierung ist aber nicht nur für News sondern für die gesamte Medienbranche eine immense Herausforderung wie Horst Pirker von der Verlagsgruppe News feststellt:

Traditionelle Medien wie zum Beispiel das Fernsehen, der Rundfunk oder Zeitungen werden (durch die Digitalisierung) zunehmend ihre Rolle als „Gatekeeper“ verlieren.

Soweit so treffend. Dem ist wenig entgegenzusetzen, man kann dies als kreative Zerstörung im Sinne Schumpeters abhaken.

Matthias Karmasin vom Medienhaus Wien geht nun aber einen Schritt weiter und verknüpft „die Medien“ mit den Errungenschaften der „bürgerlichen Gesellschaft“ und postuliert so unterschwellig, die Rettung der Gatekeeper, also der Massenmedien, sei eine Bürgerpflicht und Digitalisierung somit gesellschaftszersetzend.

Die Frage ist, wollen wir das so, nehmen wir es hin und sagen: ist halt der Lauf der Dinge, wie einst die Dampfmaschine die Pferde ersetzt hat oder erkennen wir, dass wir mit den Massenmedien auch die zentrale Errungenschaft der bürgerlichen Gesellschaft verlieren – nämlich Bürgern das Gefühl zu geben, Mitbestimmung bei Gesetzen zu haben, mit denen sie tagtäglich leben müssen.“

Das ist natürlich Unsinn. Wir brauchen keine Massenmedien die uns ein Gefühl von Mitbestimmung suggerieren, wir brauchen, wenn schon, Mitbestimmung oder zumindest Transparenz und Kontrolle.

Beides, Mitbestimmung und Kontrolle, wird durch das Internet und digitale Medien eher mehr ermöglicht.

Andere haben aber ohnedies längst erkannt wo die digitale Reise der Medienlandschaft hingeht und sich entsprechend verändert.
Die Haufe-Verlagsgruppe beispielsweise hat vor zwanzig Jahren noch 97 % des Umsatzes mit Papiertexten gemacht, heute sind es 97 % mit digitalen Dienstleistungen — und deutlich mehr Beschäftigten. Die Erkenntnis: Kunden bezahlen nicht für Papier, sondern für Lösungen.

Hier ist gut zu sehen, dass es in der digitalen Welt noch immer Platz für „Gate-Keeper“ gibt, sie müssen aber mehr leisten, als ein Gefühl der Mitbestimmung zu suggetieren. Das können nämlich mittlerweile die beliebtesten sozialen Online-Medien besser. 93 Prozent der Jugendlichen nutzen den Messenger-Dienst WhatsApp, 90 Prozent sehen sich YouTube-Videos an. Dahinter folgen Instagram mit 68 Prozent, Snapchat mit 65 Prozent und Facebook mit 48 Prozent.

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Abbildung zeigt nicht die Zahlen aus dem Text.

 Beeindruckende Zahlen, die zeigen, was Medienanbieter in Zukunft leisten müssen, wenn sie in der digitalisierten Welt bestehen wollen. Sie müssen ihre Konsumenten als aktive Content-Produzenten und sich selbst als hocheffiziente Plattformen für die Vernetzung, Verbreitung dieses neuen contents verstehen, den sie rund um einen Kern an Informationen und Nachrichten anordnen, der für ihre community relevant, interessant und emotional berührend ist.

Facebook beispielsweise selbst wird von den Jungen meistens nur mehr als Nachrichtenkanal beziehungsweise für Spiele und nicht mehr als Soziales Netzwerk genutzt.

Hier zeichnen sich  Veränderungen ab, die auch die großen Player der social Networks erst verstehen und für pro aktives Veränderungsmanagement nutzen müssen.

 Für junge Menschen ist aber diese Erkenntnis ohnedies nichts Neues. Franz Kühmayr vom Zukunftsinstitut hat festgestellt, dass die jungen heute gänzlich anders ticken:

„Sie wollen nicht mehr von neun bis 17 Uhr im Büro hocken, sondern flexibel sein, vielleicht den Nachmittag mit den Kindern verbringen und am Abend weiterarbeiten.“

Qualität wird von den Jungen nur folgerichtig entweder  im friend-, follower- oder user-Kontext z.B. durch likes  oder durch vertrauenswürdige Dritte, bei Fragen zur Digitalisierung zum Beispiel orf.futurezone, golem.de und heise.de festgestellt.

golem

Quelle: Screenshot, https://futurezone.at/myfuzo, 21.03.2017:15:48

Damit ist auch klar, welche zwei Hausaufgaben im medialen Bereich zu machen sind:

  1. Kenne und verstehe Deinen Kunden und biete ihm eine Community. Dazu braucht es eine radikale und intensive Analyse von Nutzerdaten etwa durch predictive Analytics, Big Data Ansätze oder deep learning Ansätze (IBM Watson und Co.).
  2. Baue Deine Geschäftsmodelle auf einer hocheffizienten, zeitgemäßen IT-Logistik auf. Bediene Dich bei allem was gut und teuer ist, versuche die IT unter Kontrolle zu behalten. Wenn dies etwa aus finanziellen Gründen nicht geht, dann halt bei Amazon Web-Services. Sei Dir aber klar, dass Dein Content und Deine Datenschätze dann nicht Dir alleine gehören.

Carsten Thirs, Geschäftsführer von Haufe Lexware formuliert es im Beitrag „Paid Content ist für uns eine Überlebensfrage“ so:

Aus meiner Sicht ist es ein Irrtum, zu glauben, Leser von Printprodukten würden für Inhalte bezahlen. Sie bezahlen für Herstellung und Transport. Deshalb funktionieren die alten Modelle im Zeitalter des Internets nicht.Generiere Inhalte die für Deine community einzigartige Informationen beinhalten, unverwechselbar formuliert werden und individuell berührend sind.

Das heißt nicht, dass nun alle eine Katy Perrisierung ihrer inhaltlichen Ausrichtung machen müssen. Keineswegs.

Auch die Frage, ob wir unsere Ozeane und die Lebewesen darin auf Jahrtausende als Plastikmüllhalden nutzen dürfen bedarf einer differenzierten und wohl auch emotionalen Art der Darstellung.

Darin besteht das Wesen des Gatekeepers im digitalen Zeitalter.

Er steht für perfekte Recherche bei der er durch modernste Technik unterstützt wird. Dabei werden Informationen in einer Tiefe und Breite berücksichtigt, von der die alten Gate Keeper nicht einmal träumen hätten können.

Er nutzt bei Logistik und Vertrieb  enorme Effizienzsteigerungen durch unendlich oft, fast kostenlos,  kopierbare Inhalte und die Lichtgeschwindigkeit des Internets.

Bei der Individualisierung stellt sich allerdings schon die Frage, ob mittelfristig, unterm Strich, mit weniger Menschen und weniger Sachaufwand das Auslangen gefunden werden kann.

Langsam wird nämlich evident , dass die technischen Potentiale der industriellen und effizienten Produktion und das was Menschen wollen und auch nachfragen, nicht dauerhaft einhergehen.

Der Verleger Manuel Herder weist in einem Artikel über das abgesagte Sterben des Buchhandels auf einen wesentlichen Zusammenhang hin, der im Zusammenhang mit den möglichen Konsequenzen der Digitalisierung bisher weitgehend ausgeblendet wird:

… dass Kunden sich nicht ausschließlich so verhalten, wie es technisch tatsächlich möglich wäre. Das erklärt den Rückgang des Wachstums bei E-Books zuerst in den Vereinigten Staaten und jetzt auch bei uns (Deutschland, Anm.). 

Das bedeutet, dass die angestrebte vollständige Effizienz durch digitales Wirtschaften nicht erreichbar ist, weil halt Geschmäcker und Watschen unterschiedlich sind, wie man in Österreich so schön sagt.

In der Praxis werden die digitalen Riesen wie Google, Apple, Amazon und Co.die Effizienzsteigerung weitertreiben und die so erzeugten Einheitsprodukte durch schlaue Algorithmen“individualisieren“.

Ob das funktioniert wage ich zu bezweifeln. Dieses Modell ist nämlich nichts anderes als die Vervielfältigung weniger Agentur-Pressemeldungen, die uns die „Gatekeeper“ heute noch als Qualitätsjournalismus  verkaufen wollen.

Qualität besteht aber künftig auch daraus, wie stark die Nutzer in die Content Erzeugung miteingebunden sind.

Bilder und Videos sind (nämlich) für viele Jugendliche die wichtigsten Ausdrucksformen geworden, um sich im Freundeskreis auszutauschen und um mit ihrem digitalen Umfeld zu kommunizieren.

Das ist letztlich sehr wichtig, weil die Präferenzen der Menschen durch die Digitalisierung anders werden, wie Franz Kühmayer von der Zukunftswerkstatt feststellt:

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Franz Kühmayer und Staatssekretär Harald Mahrer.
Die Digitalisierung treibt uns weg von Erwerbsarbeit, weg von monotonen Jobs, hin zu Innovation und Kreativität, also zu Berufen, in denen auch Soziales gefragt ist. In Zukunft geht es um Arbeit an der Gesellschaft, an der Gemeinschaft und der Umwelt. Und das entspricht viel eher unserer Menschlichkeit.

Digitalisierung von Zusammenarbeit und Kommunikation

Stellen Sie sich mal vor, Ihr Chef schreibt Ihnen ein Mail zur Lage der Firma. Digitalisierung und so. Was würde da drinnen stehen? Vermutlich nicht das:

Data will become the biggest production material in the future, it will become a public resource like water, electricity and oil. With computing capabilities and data, mankind will go through changes that flip heaven and earth.

Gut, Ihr Chef ist auch nicht Jack Ma, der Gründer von AliBaba, der größten onlineHandelsplattform der Welt. 400 Millionen Menschen kaufen jährlich bei den Ali Rens, den Menschen von AliBaba, vollautomatische, sekundenschnelle Prüfung der Kreditwürdigkeit inklusive. Auch wenn Sie kein Konto haben. Noch mehr Erstaunliches gefällig?

Next come our employees, because in today’s knowledge economy, employees are most important in having satisfied customers. Without talented, happy, diligent and passionately committed employees, our commitment to serving customers will be empty. A company that does not have satisfied employees will not have satisfied customers, and without satisfied customers, we could not possibly have satisfied shareholders.

Das Mail birgt noch mehr Schätze wie „shared comittment“, „Verantwortung für nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft“ und die „Bedeutung der Verwurzelung in einer Kultur für den Unternehmenserfolg“.

Ma scheint es ernst zu meinen, immerhin ist er UN-Sustainable Development Goal Advocat.

Wirklich erstaunlich ist, Technologie und Digitalisierung kommen nur am Rande vor. Als Mittel derer man sich bedient. Mas eigener Werdegang könnte dies erklären.

Ma, who cannot write in code and professes not to understand technology, is now arguably China’s richest man, worth around $20 billion.

Kooperation für das wirtschaftliche Überleben?

Ich möchte nicht mißverstanden werden oder gar naiv wirken. Diskretion und das Achten von Betriebsgeheimnissen wird immer von Bedeutung sein. Es scheint aber so zu sein, dass die anstehenden Herausforderungen samt ihrer ökologischen und sozialen Wirkungen für Unternehmen so groß sind, dass sie nur durch starkes Management und Innovation nicht zu lösen sind.
Es braucht das gesamte zur Verfügung stehende Wissen, also mehr als nur Informationen.

Das heißt, dass Mitarbeiter, Kunden und Konkurrenten in ein intelligent designetes Wissens-Netzwerk eingewoben werden müssen, wo sie auch kooperieren können.

Dazu braucht es zwei Dinge:

  1. Die besten Tools (Digitalisierung 2.0)
  2. Eine neue Unternehmenskultur die den Prinzipien der aufkommenden dezentralen Gesellschaft – vernetzt – geteilt – dezentral -entspricht.

Harald Schirmer, Change Management Vordenker der Continental AG, hat mir in einem youtube Video zu „Zusammenarbeit 2.0“ (Folien gibt’s hier) gezeigt, wie man Digitalisierung im Sinne der Kommunikation daher  sehen muss.

  1. Digitalisierung 1.0  hat unser altes analoges System 1:1 übersetzt und kaum Mehrwert geliefert.

Der alte Bene-Ordner wurde durch den Explorer abgelöst. Das Email mit Carbon Copy folgte auf den Brief mit Durchschlag.

  1. Bei der Digitalisierung  2.0 geht es nun um die Ablöse der bisher analogen Kommunikationsstrukturen um eine Kultur echter offener und durchgängiger kooperativer Netzwerke  zu ermöglichen.

Der Zweck ist profan. Die Anwendung des Effizienzprinzips auf die Art und Weise wie Wissen entsteht. Durch bewertete Daten (Informationen) die in persönlichen oder organisatorischen Kontexten zu Wissen werden.

Dazu brauchen wir Techologie, Digitalisierung und alles was gut und teuer ist. Bis hin zur künstlichen Intelligenz. Wir brauchen jedenfalls keinen Kühlschrank der eigenständig Bier bestellt. Das ist beleidigend und nicht innovativ.

Public Fit für das digitale Zeitalter! Digitale Zusammenarbeit 09.09.2016 5Harald Schirmer, © Continental AG Analog: › Pap...Digitalisierung 2.0 und Kommunikation im Netzwerk

Email ist, so wie Telefon und face to face Kommunikation in großen Organisationen, im großen Maßstab nicht zukunftsfähig.

Was aber dann?  Es geht darum Kommunikation und Lernen sowie Entscheidungsfindung auf komplett neue Beine zu stellen.

Es geht auch darum alle Mitarbeiter eines Unternehmens einzubinden, ihr Wissen zu nutzen. Das ist wichtig, weil es schnellere Lösungen, Umsetzungen und fehlertolerantes Arbeiten ermöglicht. Es ist notwendig, weil die Mitarbeiter dadurch den Sinn in ihrer Arbeit stärker spüren können, weil sie ihren Anteil am Erfolg transparent machen.

Es geht nicht in erster Linie um digitale Tools und wie wir mit ihnen umgehen müssen. Es geht nicht um Automatisierung an sich, auch nicht um Überwachung. Lassen wir uns den Blick nicht verstellen.

Es geht um eine radikale Neuorganisation des Wirtschaftslebens und um die Art und Weise wie wir darin interagieren und kommunizieren.

Klingt gut, aber was heißt das?

Neuorganisation bedeutet, dass wir auf strikt hierarchische Organisationen verzichten werden. Unternehmen und Organisationen müssen Wissens-Netzwerke werden. Hierarchie ist letztlich eine Rückfallebene in Krisenzeiten.

Kein CEO kann heute annähernd auch nur Teile seines Zuständigkeitsbereichs verstehen oder diesen Bereichen gar direkte, inhaltliche Anweisungen geben.

Es ist daher heute schlicht eine Überlebensfrage, das Wissen aller Mitarbeiter in Echtzeit in Entscheidungen einbinden zu können, egal wer entscheidet. Wem dies nicht gelingt, der fliegt raus. Siehe Nokia, Kodak usw.

Das ist aber nicht genug. Unternehmen müssen künftig auch mit ihren Wettbewerbern und Kunden kooperieren, mit ihnen – auch in Echtzeit – Wissen teilen.

Apple, Google, Tesla und Microsoft, alle erfolgreichen Unternehmen haben sich geöffnet, verzichten teilweise bewusst auf Patente und erzeugen so ein Ökosystem des Wissens, wie es etwa Ali Babas Jack Ma kürzlich in einem Brief an seiner Mitarbeiter formulierte:

We believe that only by creating an open, collaborative and prosperous ecosystem that enables its constituents to fully participate can we truly help our small business and consumer customers.

Welche Schritte müssen wir demnach tun?

Lösungen zeichnen sich außerhalb der Unternehmen schon ab. Unsere Kinder und deren Freunde, unsere Mitarbeiter investieren täglich mehrere Stunden um in Facebook, Instagram, LinkedIn, Twitter, Pinterest, in sozialen Netzwerken, Foren, auf Wikipedia und vielen anderen digitalen Plattformen zu kommunizieren, zu lernen oder ihre letzten Urlaubsfotos zu tauschen. In Echtzeit, weltweit und mit jenen die es betrifft.

Nichts davon fließt in die Unternehmen und ihre Kommunikation. Im Gegenteil. Aus Kosten- oder Sicherheitsgründen werden Services wie Youtube, WhatsApp und Co. schlicht verboten. Fatal.

  1. Schritt, holen wir daher die sozialen Netzwerke ins Unternehmen. Dazu finden wir
  2. in den Social Media Trends 2017 einiges das uns aufhorchen lassen sollte:
    • Social Media-Suchvolumen schließt zu Internet auf
    • Video ist treibende Kraft bei Social Media-Werbung
    • Mitarbeiter werden verstärkt in Social Media eingebunden

Im Bericht liest sich das so: Social Media wird inzwischen intensiv für die Recherche zu Produkten, Kaufabsichten und Informationen genutzt. Für 2017 ist zu erwarten, dass das Suchvolumen in den Sozialen Netzwerken zu dem im Internet aufschließen wird (Social Media Trends 2017)

Enterprise Social Media Networks sind letztlich nichts anderes als das was wir heute schon nutzen. Netzwerke, Wikis, Chats, Foren, eine oder mehrere Clouds (auch Projekt-Management Systeme). Alles gut abgestimmt, mit einer vereinheitlichten Datenhaltung oder sogenannten Current Version Systems (CVS) und der Möglichkeit alles mit jedem zu verlinken.

Einen sehr guten Überblick zu aktuellen Gadgets und App-Lösungen gibt der Beitrag Enterprise-Social-Networks in der Übersicht: Von Stackfield bis Yammer.

Was wird nun aber anders, welche Chancen und Risken birgt das?

Die Chancen sind schnell beschrieben, sie sind überdies aus meiner Sicht zwingend. Nimmt man sie nicht an, wird man disruptiert, so einfach ist das.

Die Chancen bestehen meiner Meinung nach aus dem Dreigestirn Wissen – Vernetzung und Geschwindigkeit und sie führen zu einer besseren Fokussierung von Zeit und Geld auf erfolgversprechende Wege, wie ihn etwa AUDI eingeachlagen hat.

10 Günther, Dückert: Enterprise Social Network bei Audi - Ein Erfahrungsbericht auf der KnowTech 2015 Enterprise 2.0 in de...

Schon mal von agilen Entwicklungen gehört, von ScrumKanban, oder Poka Yoke?

Alles Tools und Prozesse die im Prinzip darauf aufbauen, dass Menschen relevante Informationen teilen und in gewissen Ablaufschemen gemeinsam feststellen können, dass etwas besser oder fertig geworden ist und den angestrebten Zielen entspricht.

Digitalisierung macht nichts anderes als eine gigantische Informationsbasis zur Verfügung zustellen, hocheffiziente Suchalgorithmen (Google und Co) anzubieten oder zu verbessern (machine learning, AI, Big Data) und den Menschen in den Verbesserungsprozessen einen weltweiten Rahmen zu geben in denen sie kommunizieren, lernen und Wissen erwerben können.?

Wie kann man sich das vorstellen?

Nun, die Tools einzuführen, zu vernetzen und so eine weltweit vernetzte Plattform für Mitarbeiter, Kunden und Konkurreten aufzubauen ist schon aus IT-Sicht sehr fordernd, wie Gerald C. Kane in seinem MIT-Sloan Blog darlegt. In seinem 5-Teiligen Blog bleiben aus meiner Sicht kaum Fragen offen, wie das Thema Enterprise Social Media gesehen und künftig zu nutzen ist.

When executives talk about social media in business, they typically talk about it in terms of specific platforms. They ask: does our company need to have a presence on Facebook, Twitter, LinkedIn, or Snapchat? Should we adopt Yammer, Jive, Sharepoint, IBM Connects, or the upcoming Facebook at Work as an enterprise collaboration tool?

In der Praxis ist der schwierigste Teil aber die Veränderung der Unternehmenskultur.

Being good at social media is as much about culture as it is about having the right Tools. 

Führungskräfte müssen sich erst die Frage stellen, wer die Plattformen nutzt und erst dann welche zum Unternehmen passt. Die 90/9/1 Regel (Bild unten) zeigt recht gut warum hier kulturell ordentlich gearbeitet werden muss. Nur weil es Netzwerke gibt, werden sie noch nicht im geplanten Sinne genutzt. Aktive Nutzung erfordert eine – vermutlich jahrelange – Kulturarbeit, bei der auch Compliance und Geheimhaltungsfragen sehr sorgfältig geregelt werden müssen.21 Günther, Dückert: Enterprise Social Network bei Audi - Ein Erfahrungsbericht auf der KnowTech 2015 Unterschiedliche Nut...

Der wesentlichste Unterschied liegt aber neben der Echtzeitkomponente in der weitgehenden Öffnung von bisher geschlossenen Informationsflüssen.

Das kann sich auf die Öffnung von Monitoring-Daten für Hersteller von Maschinen genau so beziehen, wie auf weitgehend offene (intern) Projektdaten in der Cloud. Schon mal erlebt, dass der Controlling-Sachbearbeiter einen Blog zu den Vertragsbedingungen der Beschaffung schreibt und dafür 35 likes und 20 Kommentare kriegt? Dass dann der Leiter Beschaffung eine Facebook-Gruppe zum Thema Abnahmeprotokolle in der Autoindustrie einrichtet, in der ein Leiter Beschaffung in der Flugzeugindustrie per Video Chat Rede und Antwort steht? Nein, noch nicht? Vielleicht gibt’s das schon.

Nimmt man diesen Weg auf sich, dann eröffnen sich phantastische Perspektiven. Die Forschung zeigt schon lange auf, dass das Netzwerk der einzelnen Manager extrem einflussreich ist und Bedeutung für die Ergebnisse des Managers hat. Sie hat auch gezeigt, dass der einzelne sein Netzwerk nicht angemessen versteht oder gar dritten kommunizieren kann welchen konkreten Nutzen aus solchen Netzwerken überhaupt gezogen werden kann.

Social Media Netzwerke können erstens diese Netzwerke visualisieren und darstellen um sie besser zu verstehen. Die Kontakte sind überdies Relevanzfilter. Im unergründlichen Meer der Informationen können sie sehr schnell zu relevanten Informationen oder Dokumenten führen. So sind etwa die Video-Favoriten einzelner Facebook-Freunde oder die Tweets von followern oder gefolgten auf Twitter oder LinkedIn möglicherweise effizienzter als jede noch so gut kalibrierte Suchmaschine.

Platforms also provide different ways of interacting with that content, from editing to commenting, to liking or rating. Which content a platforms supports — and how — may affect how people use that platform in organizational Settings.

Wendet nun ein Unternehmen ESM-Tools an um so eine neue Kultur zu fördern, dann entstehen sehr viele Chancen, die rasch erfolgreich sein können.

Durch die Netzwerke der Mitarbeiter kommt es zu wechselseitigem Informationsaustausch, zu einer Relevanzbeurteilung und einer Art Rating, ob man Informationen auch vertrauen kann oder nicht. Da das ESM auch mit den externen Social Media Kanälen und dem Internet verbunden bleibt, kann auch besser gewährleistet werden, dass das Umfeld des Unternehmens, also die Kunden und Wettbewerber, Behörden und Interessensverbände Teil dieser Informationsgewinnung sind.

Die Perspektiven sind also vielversprechen wie schon in der Vergangenheit Studien von Oracle und Microsoft gezeigt haben. Letztere hat auch gezeigt, dass Österreich, Deutschland und die Schweiz hier starken Aufholbedarf haben.

Increased productivity by usage of social tools is most prevalent in China, followed by India, Turkey, Mexico and Russia. These are also the countries where use of these tools is most common.

 

Big Data und Archäologie 2.0 oder was Indiana Jones mit Karl Popper verbindet. 

Kennen Sie eigentlich Hiram Bingham?  In seiner Jugend war er ein guter Football Spieler. Später studierte er lateinamerikanische Geschichte an den amerikanischen Top-Unis und war Professor in Harvard, Yale und Princeton. Er heiratete die Erbin von Tiffanys, hatte sieben Kinder, war Offizier und Angeordneter zum Senat.

In Erinnerung geblieben ist er aber durch zwei Dinge. Er hat Machu Picchu (wieder) entdeckt und Georg Lucas produzierte mit Steven Spielberg die Indiana Jones Trilogie nach seinem Vorbild.

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Harrison Ford als Indy Jones und Hiram Bingham III.

Nichts was er tat war perfekt, effizient oder gar besonders zielgerichtet. Im Gegenteil:

„He was not trained in archaeology, his theories were wrong and the real Vilcabamba was discovered by another American explorer, Gene Savoy, in 1964.“

beschreibt ihn Richard Cavendish in History Today wenig schmeichelhaft. Es dürfte ihm egal gewesen sein. Bingham gehörte zu einer Generation von Archäologen, die erstens „fachfremd“ waren und zweitens von Neugier, Geltungsdrang und Abenteuerlust getrieben waren. Fallen ihnen die Parallelen zu Big-Data Ansätzen wie jenem auf?

„Gehen Sie raus, sammeln Sie ein paar Daten und schauen Sie dann, was man damit machen kann!“

Das ist im wesentlich bis heute so geblieben. Generationen von Architekten haben sich auf Basis von einzelnen Karten, Überlieferungen und Erzählungen ortsansässiger Nomaden und Bauern auf die Suche gemacht und mit zunehmender Erfahrung und einer systematischer Erfassung der Funde langsam ein gesamtes Bild entwickelt aus dem sie immer weitere Puzzlestücke ihrer Ausgrabungsstätten gefunden und freigelegt haben.

Ein größeres Puzzle.

Seit rund 30 Jahren bemüht sich die Archäologen-Zunft um eine stärker naturwissenschaftliche fundierte Ausrichtung ihres Strebens.

Erst mit der Nutzung von GIS-Daten Anfang der 90er Jahre, Methoden der Regionalanalyse Anfang der 2000er Jahre und nun von Open- und Big-Data Ansätzen kommt Bewegung in die Sache

Die Archäologie arbeitet nämlich immer noch weitgehend analog und in kleinen, individuellen Teams. Moderne IT-Methoden wie Automatisierung der Analyse von Textquellen oder Mustererkennung in der Regionalanalyse und vor allem vernetztes Arbeiten können ambitionierte Forscher wie z. B. Sarah Parcak die Forschung schnell auf ein neues, viel höheres Niveau heben.

Was Sarah Parcak macht möchte ich kurz vorstellen. Sie nutzt bereits digitale Tools um effizienter und schneller arbeiten zu können. Das ist Digitalisierung 1.0. Quasi der PC im Büro anstelle der Schreibmaschine. Wer ist aber nun Sarah (Bild unten bei Ted Talks)?

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Sarah ist Professorin für Anthropologie an der Universität von Alabama in Birmingham, USA und Leiterin des Universitätslabors für globale Gesundheitsbeobachtung und leitet das „Middle Egypt Survey Project“ in Ägypten.

Die online Plattform für inspirierende Reden, TED, beschreibt sie so:

Like a modern-day Indiana Jones, Sarah Parcak uses satellite images to locate lost ancient sites. The winner of the 2016 TED Prize, her wish will help protect the world’s cultural heritage.

Im Gegensatz zu Indy-Jones ist sie weiblich, jung und hat die Segnungen digitaler Technologien perfekt für Ihre Zwecke eingesetzt. Die Chancen stehen damit gut, dass noch in diesem Jahrhundert alle verschollenen Kulturen entdeckt werden können.

Warum dies auch für uns wichtig sein wird beschreibt Sarah so:

„Only 1/100th of one percent of archaeological sites in Egypt have been discovered. Our entire understanding of Egyptian history is based on these few discoveries. What we [Egyptologists] have discovered so far is just the tip of the iceberg.“

Damit arbeiten wir auch gegen die Zeit, weil alleine in Ägypten bereits rund ein Viertel der antiken Stätten in den letzten Jahrzehnten durch „urban sprawl“ und Plünderung verschwunden sind.

Was hat Sarah bereits entdeckt? Was kommt noch auf uns zu?

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Satellitenbilder von Dashur vor und nach der Bildbearbeitung als Basis für Parcaks Arbeit (2003).

Mit Ihrer neu entwickelten Methode entdeckte Sie 2003 in nur wenigen Wochen, anstatt von bisher Jahren, eine antike Stadt im East Delta, ein antikes Kloster aus der Zeit von 400 v. Chr. und eine weitere vergrabene Stadt im East Delta aus der Zeit von 600 vor Christus.

Alleine in Ägypten hat so sie 17 Pyramiden, 3.000 Siedlungen und 1.000 Gräber gefunden, will man TED glauben schenken. Das tun allerdings nicht alle. Der Minister of State for Antiquities, Zahi Hawass,äußerte sich kritisch: „This is completely wrong information. Any archeologist will deny this completely„. Wie auch immer.

Womit arbeitet Sarah?

Fragen wir nochmal TED:

As a space archaeologist, she analyzes infrared imagery collected from far above the Earth’s surface and identifies subtle changes that signal a manmade presence hidden from view.

Wie das genau geht hat sie in ihrem Buch: „Satellite Remote Sensing for Archaeology (Link zu Full Text) beschrieben“. Sie greift dabei auf einen (sinngemäßen) Grundsatz der Management-Kybernetik zurück auf den mich vor langer Zeit Maria Pruckner aufmerksam gemacht hat: „Information ist ein Unterschied der irgendwann einen Unterschied macht“.

Sie arbeitet dabei mit dem Spektrum des Lichts, das vom Menschen nur in einem sehr engen und begrenzten Spektrum wahrgenommen werden kann. Mit unterschiedlichen Techniken, wie der Satelllitenbildinterpretation, mit GIS-unterstützer Landschaftsinterpretation oder Infrarotbildern, können nun sichtbare und – für den Menschen – unsichtbare – Informationen zusammengebracht werden. Damit können mögliche Fundstellen schneller gefunden werden. Weiter will sie nicht gehen.

In ihrem Buch schreibt sie:

„Thus, there is no „one size fits all“ for remote sensing techniques in archaeology, and there can never be any „automatic“ feature extraction in archaeological remote sensing.“

Bei aller Wertschätzung der Archäologie und individueller Erfahrung. Ich denke es fehlt hier einfach an methodischen Zugängen die Welt mit Algorithmen und Datenstrukturen zu erforschen.

Andy Murdock hat diese Zugänge. Er öffnet der Archäologie die Möglichkeiten der Digitalisierung 2.0. Welche sind dies nun und auf was dürfen wir hoffen?

Was kann nun Digtalisierung 2.0 beitragen?

Dieser Satz fasst im Wesentlichen zusammen, was Kant festgestellt hat und den Primat der Naturwissenschaft begründet hat.

Forschung, auch Archäologie, funktioniert nämlich so, dass man eine Vorstellung davon hat, wie die Welt funktioniert.

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Kann man diese Vorstellung z.B. als Modell (siehe oben) oder Gesetz formulieren (bei Kant: reine Vernunft), dann beginnt die Suche, bis der Zusammenhang durch Erfahrung bestätigt ist (bei Kant: praktische Vernunft) oder eben nicht (Falsifizierung, z.B. Popper), wie der Pisener Archäologe Gabriele Gattilia in seinem paper: „Pisa in the middle ages“ ausführt:

Archaeology is closer and closer to science, not only because it uses scientific analysis methods but because it is based on falsifiable hypotheses, to put it as Popper would say. 

Nicht mehr nur zufällige Informationen, Vermuten und ausprobieren bzw. das Nutzen von selektiven Quellen bestimmt dann über Erfolg und Misserfolg. So wie in der Medizin kommt vor der Behandlung eine gründliche und vielleicht standardisierte Analyse und Anamnese auf dem Boden naturwissenschaftlicher Methoden und offener, vernetzter Datenquellen.

Der Anstoß für ein komplett neues Vorgehen kommt dabei von außen, dem freien Markt.

Digital new world

Democrata, ein vormaliges Startup, hat das z.B. das UK komplett beflogen und 3-D vermessen, wie das Engineering and Technology Magazine (E&T) erläutert.

Democrata has mapped the entirety of the UK using 3D-software originally developed for the British Geological Survey.

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Der Anlass dafür liegt aber nicht in archäologischen Interessen begründet, sondern im Risikomanagement von Bauunternehmen.

Befor any big construction project starts, or a major road or rail line is cut through the British countryside, there needs to be an archaeological investigation to ensure that historic sites are not destroyed. This can cost a company substantial amounts of money and add long delays in construction time.

Democrata ist also ein klassisches Unternehmen der sharing economy. Es nutzt offene Daten, die mit öffentlichen Geldern aufbereitet und von öffentlichen Stellen dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.

Democrata, a data-analytics company based at the Harwell Campus in Oxfordshire, has been given access to the world leading high performance computing and big data analysis capabilities of the Science and Technology Facilities Council’s (STFC) Hartree Centre at Sci-Tech Daresbury in Cheshire, to develop a way to predict the risk of such delays. The company won access to the Centre as part of a competition run in conjunction with the Open Data Institute, which enabled them to access to some of the UK’s best big data analysts and facilities

Eine klassische win/win Situation, bei der  Staat und Privat jeweils ihre Stärken einbringen können.

Die Archäologie kann quasi als Abfallprodukt des unternehmerischen Risikomanagements neue Wege gehen, die breiter und sicherer sind als die alten.

Welche Fragen bleiben offen?

Einige Fragen bleiben dabei offen denen wir am Weg zu einer Archäologie 2.0 unsere volle Aufmerksamkeit schenken müssen.

1. Gibt es Hinweise darauf, dass die Vision einer vernetzten, digitalen, Big Data basierten Archäologie überhaupt realistisch ist? Skepsis ist geboten.

2. So zeigt eine Analyse der Nutzungszahlen physischer und webbasierter Archive in England, dass beide kaum genutzt werden, was zumindest im zweiten Fall auf ein kulturelles Problem schließen lässt, nämlich eine IT-averse Ausbildung der Archäologen.

3. Wem gehören die Daten?: Werden die so gefundenen Daten offen zur Verfügung stehen oder werden sie in traditionellen Portalen verschwinden?

4. Wer stellt die Infrastruktur für die Datenhaltung und -bereitstellung zur Verfügung?

5. Wer wird diese enormen Mengen an offenen Daten zusammenführen und für ihre Aktualität, Integrität und Konsistenz sorgen?

6. Das Ende der exakten Wissenschaft der Theoreme: BigData basierte Archäologie wird mit vielen unstrukturierten, auch bislang privaten Daten arbeiten müssen. Bedeutet das eine Transformation in Richtung evidenzbasierte Wissenschaft und eine Absage an exakte Theoreme samt logischem Beweis? Nicht zwingend, wie wir gesehen haben.

7. Zuletzt kann Digitalisierung auch helfen, das Identifikationsproblem zu lösen. Eine Blockchain wie sie im Buch Breaking van Gogh als Unterstützung zur Verringerung des rund 200 Mrd. USD schweren Kunstraubs und illegalen Kunsthandels vorgeschlagen wird, kann auch für antike Kulturgüter Anwendung finden.

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Sie könnte überdies den Status der Archäologie eindeutig und tagesaktuell klären helfen. Ist dies technisch logistisch möglich? Wer setzt dies auf? Das riecht nach Staat, falls nicht Google&Co vorher ihre Claims abstecken.

In Folge könnte das bestehende Wissen der Archäologie systematisch- etwa mit AI-Unterstützung neu erarbeitet und bewertet werden, wie dies Eric A. Powell am Beispiel mexikanischer Siedlungen getan hat. Konkret hat er aus archäologischen Daten die Siedlungsdichten recht präzise er- und hochgerechnet und Parallelen zur heutigen urban sprawl Problematik gefunden.

Die Möglichkeiten sind also fast grenzenlos. Eine neue Ära der Archäologie mit besseren Daten beginnt. Indy Jones hat das immer schon gewusst:

„Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert.“

Digitalisierung ist das Werkzeug für eine bessere Welt.

Eine Gesellschaft, in der wir selbstbewusst und verantwortungsvoll unser Leben in die Hände nehmen. Das wär doch was.

Die Begeisterung für die Möglichkeit uns in gesteuerte und überwachte Prozesse zu zwingen soll uns den Blick darauf verstellen.

Die nächste große Sause der Banken und der Industrie verheißt nämlich gigantische Gewinne bei minimalen Grenzkosten.

Wir sollten uns ein Beispiel an den Termiten nehmen und professionelle Manager unserer Leben werden. Wir sollten die komplexen Herausforderungen der Zukunft annehmen. Dabei wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Die Welle rollt

Die Digitalisierung hat uns scheinbar wie eine Flutwelle getroffen. Alle Bereiche des Lebens werden unaufhaltsam durchdrungen. Schätzungen zufolge wird der Datenverkehr von 2015 bis 2020 um das Dreifache zunehmen und die globale Internet-Community auf 4,1 Milliarden Nutzer anwachsen. 2016 wurde soviel digitale Information produziert wie in den Jahrzehnten davor. Ganze Industrie- und Wirtschaftsbereiche werden rasant verändert oder verschwinden einfach.

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Diese Transformation zeigt sich am eindrucksvollsten in der Liste der wertvollsten Unternehmen der Welt. Während vor zehn Jahren noch konventionelle, hardwarebasierte Unternehmen der Erdöl-, Computer- und Baubranche oder der Unterhaltungselektronik die Liste anführten, sind es heute fast ausschließlich Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen die ganz vorne sind.

Manche Prognosen gehen von einem vollständigen Verschwinden materieller Produkte und einer vollständigen  Umstellung auf softwarebasierte Dienstleistungen aus. Ich bin hier skeptisch, andere sind es auch

Die deutsche Welt hat letztlich zurecht an den Einzug des Computers in die Büros der 70er und die damit verbunden gewesenen überzogenen und bis heute nicht erfüllten Erwartungen hingewiesen (Im Artikel: Irrtum 7, das papierlose Büro)

Ob mit der Digitalisierung also auch eine vollständige „Dematerialisierung“ einhergeht, ist also fraglich. 

Möglicherweise ist es so, wie die gute alte NZZ es vorhersieht:

Man wird erkennen, dass die digitale Wirtschaft völlig anders funktioniert als die materielle. Letztere ist durch den Wettkampf um begrenzte Ressourcen gekennzeichnet. Die digitale Welt hingegen profitiert vom Teilen nicht-materieller Ressourcen, die vom Prinzip her unbegrenzt sind

Wie kann man sich das vorstellen? Wie können digitale Daten den Menschen nutzen, wo wir doch derzeit eher mitkriegen, dass sie benutzt werden um uns noch besser zu kontrollieren und unsere Jobs zu eliminieren?.

Schauen wir uns zuerst mal an was derzeit passiert. Vielleicht ist ja nur unser Blick etwas vernebelt von den großen, scheinbar unlösbaren Problemen, denen die Digitalisierung unaufhaltsam begegnen muss.

Was passiert zur Zeit?

Digitalisierung ist also zuerst Mal nichts neues. Sie bezeichnet einen Prozess der seit rund 70 Jahren am Laufen ist. Mit der Einführung des Home-Computers, des digitalen TV oder des Internet für die breite Masse wurden aber die Auswirkungen für die Menschen im Alltag greifbarer.

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Der IBM Mainfraime, eine Großrechenanlage, wurde bereits 1952 eingeführt. Ihm folgten kleinere Computer und dann die PCs und Homecomputer. Wer erinnert sich nicht an den legendären Commodore C64.

Was medial derzeit mit Digitalisierung beschrieben wird, ist das sehr rasche Verknüpfen vorhandener, digitaler Dienste und Anwendungen  von global verfügbaren Services, wie Uber, Facebook, Amazon oder Netflix mit gigantischen Skaleneffekten, die sich aber auch schnell erschöpfen dürften und durch die soziale Probleme wie Verelendung, prekäre Lohnverhältnisse usw. schnell eskalieren werden. Der rasanten Abschöpfung von sehr großen Gewinnen und der Zerstörung kleinteiliger Strukturen wird nämlich nichts folgen außer der Sozialisierung der Aufräumkosten. Die mittlerweile selbst von der Industrie angestoßene Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen zeigt dies ganz deutlich. Der Industrie gehen schlicht und ergreifend die Konsumenten aus.

Diese neuen Dienste der sogenannten “sharing Economy” sind im Grunde nichts anderes als die Anwendung des Skalenprinzips der Wirtschaft, der economy of scales, auf Dienstleistungen und beschleunigen einen rasanten globalen Lohnwettbewerb.

Wem nützt das alles, uns?

Dazu muß man wissen was Economy of Scales (EoS) eigentlich ist und wie sie wirkt. Ein sehr bekanntes Beispiel für EoS ist die Einführung der Fließbandarbeit bei Ford in den 20er Jahren.

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Die Economy of Scales nutzt grundsätzlich die Vorteile einer Fließbandproduktion. Das Modell T von Ford (ugs. auch Tin Lizzie, „Blechliesel“) war bis 1972 das meistverkaufte Automobil der Welt. Die Tin Lizzie war das erste Auto, das mittels Fließbandfertigung hergestellt wurde. Nach der Umstellung auf Fließbandfertigung am 14. Januar 1914 wurde der Verkaufspreis mehr als halbiert. Um die Fertigung zu beschleunigen, wurde zwischen 1915 und 1925 außerdem nur mehr in Schwarz produziert, da man so nur eine Lackierstraße brauchte und der schwarze Japan Black Lack am schnellsten trocknete.

In der sogenannten “Sharing Economy” wird dieses Prinzip auf globaler Ebene erneut und extrem angewendet. Digitale Produkte können nämlich im Gegensatz zu materiellen, im Prinzip, beliebig skaliert werden. Wenn beispielsweise Amazon die Rechte an einem Kinofilm kauft, dann kann sie diesen zum Beispiel digitalisieren, also in ein digitales Videofile umwandeln. Dieses File kann sie dann auf einem Server über das world wide web zur Verfügung stellen. Unter der Annahme, dass dieser Server annähernd  unendliche Kapazität aufweist, kann mit einem Vorgang die gesamte Weltbevölkerung (die Zugang zu digitalen Medien hat) diesen Film zu jeder beliebigen Zeit ansehen. Die Kosten steigen für Amazon nur mehr mit der erforderlichen Technik um den Film in das world wide web zu bringen. Die Kosten für die Verteilung hin zu den Sehern tragen die Nationalstaaten (Breitbandnetze) und die Nutzer selbst (Internetanschluß).

Dazu ist auch – abgesehen von Marketing und Vertrieb – verhältnismäßig wenig Personal erforderlich. Selbst die Serverlandschaft kann ja im extrem von Amazon von einem Drittanbieter gemietet werden. Amazon betreibt aber diese Infrastruktur selbst und bietet sie auch kommerziell, unter dem Namen Amazon Web Services, Firmenkunden an.

Dieses Geschäftsmodell bringt eine Abkehr von den konventionellen wertschöpfenden Geschäftsmodellen der Vergangenheit, bei denen Filme produziert, gedreht und über Kinos und später Videotheken entlang einer langen Wertschöpfungskette entstanden sind und auch für entsprechende Steuereinnahmen gesorgt haben.

Na gut, was spricht aber gegen erhöhte Effizienz, immerhin profitieren wir alle von der industriellen Produktion und Amazon Prime schauen wir doch auch alle gerne.

Wo müssen wir zuerst ansetzen?

Im Amazon-Modell, so wie bei fast allen “Sharing Economy Modellen” wird aber nur mehr der Mehrwert der bestehenden Produkte durch digitale Verbreitung abgeschöpft. Steuern werden dabei kaum gezahlt. Amazons Firmensitz ist, so wie jener von Apple, nicht in Amerika sondern in Irland und Luxemburg.

Mit dem „Double Irish With a Dutch Sandwich“-Prinzip (siehe Bild unten) vermied Amazon weitgehend inländische Ertragsteuerzahlungen und leitete seine deutschen Unternehmensgewinne ins Niedrigsteuerland Luxemburg um. Hierzu gründete der Konzern 2003 und 2004 die Amazon Services Europe SARL, die Amazon Europe Holding Technologies SCS und die Amazon EU SARL mit aktuellem Sitz in Luxemburg. Über die Zeit gelang es Amazon, dort über zwei Milliarden US-Dollar steuerfrei anzusparen. Der Vorsteuergewinn in Deutschland betrug 2012 laut Presseberichten lediglich 10,2 Millionen Euro und die Steuern 3,2 Millionen Euro. Die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies wies dagegen 2012 einen Gewinn von 118 Millionen Euro aus, entrichtete aber wegen der Luxemburger Steuergesetze dort keine Steuern.

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Der globale Charakter der Services gibt Unternehmen wie Amazon zusätzlich noch extreme Verhandlungsmacht gegenüber den Arbeitnehmern und ser Politik, weil die Services in jedem beliebigen Land mit entsprechender digitaler Infrastruktur angeboten werden können. Kommt es zu Lohnforderungen die nicht entsprechen, dann können die Angebote in sekundenschnelle aus einem anderen Land, einem anderen Serverzentrum angeboten werden.

Das bedeutet, dass man im Zusammenhang mit digitalen und globalen Services die Arbeitnehmer immer in einen Lohnwettbewerb mit den ärmsten und billigsten Arbeitskräften die verfügbar sind schickt. Aus dieser Abwärts-Spirale gibt es derzeit kein Entkommen.

Dieses Prinzip der digitalen Services wird daher konsequent auf alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche ausgedehnt. Diese sind z.B.:

  1. Industrie 4.0 bzw. Fabrik 4.0 und 3-D Druck
  2. Mobility as a service oder Mobilität 4.0
  3. Ambiant Assistant living, smart city und smart home mit E-Health und Telemedizin
  4. Fin-Tech Services mit blockchain und virtuellen Währungen
  5. E-Gouvernement

Die Problemlage wird dabei durch die Industrie in etwa so definiert wie dies ETH Zürich Professor Dirk Helbig in der NZZ formuliert hat:

“Die Weltprobleme seien eine Konsequenz des unvernünftigen Verhaltens egoistischer Bürger, wird hier und da immer wieder behauptet. Sie würden mit ihrer Konsumorientierung die Umwelt zerstören. Daher müsse man ihr Verhalten steuern. Neben der Beeinflussung durch personalisierte Informationen («Big Nudging») könne man auch personalisierte Preise (…)  zur Verhaltenssteuerung einsetzen.”

Wir können heute noch nicht wissen, in welchem Ausmaß und wie genau Digitalisierung unser Leben, Erleben und unsere Welt und Arbeitswelt tatsächlich kontrollieren, verändern oder zerstören kann. Wir müssen aber achtsam sein.
Es droht nämlich die digitale Machtergreifung durch eine kleine Elite, gerechtfertigt durch die Weltprobleme, die man selber mit verursacht hat. Was durch Kombination von Big Data und Künstlicher Intelligenz, durch Smartphones, das Internet der Dinge und Quantencomputer technisch möglich geworden ist – da sind sich die Technologie-Experten einig – übersteigt George Orwells «1984» und Aldous Huxleys «Schöne Neue Welt» bei weitem, wie NZZ zu recht am Beispiel des Citizen Score feststellt.

Amazon weiß schon vorher, was der Besucher einer Website als Nächstes kaufen will. Der chinesische Sicherheitsapparat will in ähnlicher Weise aus den Datenspuren der Bewohner ableiten, wie sie sich künftig verhalten. Ob sie beispielsweise das Potenzial für politische Unruhestiftung haben. Oder ob sie treu den Machtanspruch der Partei akzeptieren.

As Extra Credits explains on YouTube: „If you post pictures of Tiananmen Square or share a link about the recent stock market collapse, your Sesame Credit goes down, wie Samuel Osborne vom Independent schonungslos offenlegt.sesame-credit

Diese Sichtweise verdreht die Realität, bei der eben genau sehr wenige Players exorbitante Gewinne auf Kosten der Umwelt und der Gesellschaft verzeichnen. Es geht nicht um den globalen Mittelstand, die Klein- und Mittelbetriebe oder die Ein-Personen-Unternehmen, die weite Teile der Steuerlast tragen und die Rechnung für wenige große Konzerne bezahlen. Es geht um eine Korrektur einer Entwicklung die uns alle in den Abgrund von totalitärer Überwachung, Unfreiheit, Umweltzerstörung und sozialem Elend reißen kann, wenn wir nicht gegensteuern.

Als Gesellschaft müssen wir daher eine Vorstellung zu haben, wie wir leben sollen und wollen. Erst danach sollten wir uns die relevanten Fragen stellen, wie dies zu bewerkstelligen und zu finanzieren wäre.

Worauf müssen wir uns also einstellen?

Transformationen und Krisen sind nichts ungewöhnliches, wie Karl Polanyi bereits 1944 in „The Great Transformation“ dargelegt hat.

Die Industrielle Revolution hat Millionen in die Verelendung und Unfreiheit gebracht, bevor Arbeitslosen-, Kranken- und Sozialversicherung als Korrektive zum Nutzen der Menschen eingeführt wurden. Heute haben wir in Europa und teilweise auch in Nordamerika Mindestlöhne, Pensionsansprüche und einen sehr hoch stehenden Arbeitnehmerschutz. Diese Errungenschaften sind leider nicht selbstverständlich und brauchen in einer globalisierten Welt starke Fürsprecher wie zum Beispiel die Initiativen-Organisation Campact oder die großen Non-Profit Organisationen.

Aus meiner Sicht muss unser erstes Ziel sein, jenen Lebensstandard den wir in den (westlichen) Industrieländern und den Ölstaaten erreicht haben in Ansätzen für alle Menschen auf der Welt zu ermöglichen, auch wenn das bedeutet, dass wir vielleicht einen kleinen Teil unseres materiellen Wohlstands aufgeben müssen. Vielleicht ist dieser kleine Teil aber auch gar nicht wichtig, wenn es um ein “gutes Leben” geht. Wichtig ist, dass Wohlstand mit Geld nur zum Teil tun hat.

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75.000 Dollar. Bis zu diesem Jahreseinkommen steigt den Umfragen zufolge das Glücksempfinden (siehe oben). Über diese Grenze hinaus lässt sich das Glück hingegen offenbar nicht weiter steigern.

Es braucht also eine neue, soziale Agenda, eine Vision, wie die extrem starken Veränderungskräfte der Digitalisierung zum Wohle aller wirken können.

Es geht bei der Digitalisierung also sehr wohl um eine Economy of Scales, die Skalierung zielt aber nicht auf ein noch stärkere Konzentration der Gewinne und der Vermögen ab, sondern genau im Gegenteil auf eine breitere Verteilung von Leistungen wie Bildung,  Geld und Gütern, die vielleicht auch gerechter ist. Diese Erkenntnis ist meiner Meinung nach der erste und wichtigste Schritt den wir tun können. Erkennen, dass wir handeln können und müssen und dass wir nicht Opfer eines unabwendbaren Schicksals sind.

Wir müssen dann erkennen, dass die digitale Wirtschaft völlig anders funktioniert als die materielle. Letztere ist durch den Wettkampf um begrenzte Ressourcen gekennzeichnet. Die digitale Welt hingegen profitiert vom Teilen nicht materieller Ressourcen, die vom Prinzip her unbegrenzt sind.

Damit haben wir den Schlüssel zu vielen anstehenden Problemlösungen in der Hand.

Wie ist die Ausgangsbasis?

Wenn 1 Prozent der Bürger 99 Prozent der Welt, oder 8 Milliardäre so viel wie 50% der Menschheit besitzen, dann kann das auf die Dauer nicht gut gehen (FAZ).

Thomas Pikettys,ein Wissenschafter der Paris School of Economics hat in seiner Analyse gezeigt, dass Erbrecht und Zinseszins dafür sorgen, dass diese Kluft immer weiter wächst. Das heißt: Die leistungslosen Einkommen steigen, der Wert der Arbeit schwindet. Die große Konzentration des Reichtums in den Händen weniger stelle die Mittelstandsgesellschaft infrage und beeinträchtige damit die fundamentale Basis der westlichen Demokratien, warnt der Wissenschaftler.

Die Digitalisierung so wie sie derzeit propagiert wird unterstützt aber diese Entwicklung und beschleunigt sie derzeit auch noch.

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Die OECD warnt vor einer immer extremeren Kluft zwischen Arm und Reich. Sie ist so groß, dass sie sogar das Wirtschaftswachstum der Länder hemmt. Die Experten empfehlen eine stärkere Umverteilung.

Was können wir tun?

Die UNO hat in ihren Millenniums-Entwicklungszielen als oberstes Ziel die globale Zukunftssicherung bezeichnet, für die vier programmatische Handlungsfelder festgelegt wurden, von denen Entwicklung und Armutsbekämpfung das prominenteste ist.

Dabei sind – zumindest statistisch – schon erstaunliche Fortschritte erzielt worden. Wer sich dafür interessiert, dem seien die Vorträge des schwedischen Gesundheitsprofessors Hans Roslings empfohlen, insbesondere “New insights on poverty “.

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Kritiker wie Thomas Pogge, Direktor des Global Justice Program der Yale University, kritisierten allerdings, dass viele Milleniumsziele nur erreicht werden konnten, weil die Ziele selbst oder deren Definition „geschönt“ wurden.“

Sehen wir uns aber zunächst das erste Ziel an: “Bis 2030 soll die extreme und manifeste Armut eliminiert werden.”

Derzeit leben beispielsweise mehr als 800 Mio. Menschen in extremer Armut, davon rund 80% in Subsahara-Afrika. Extrem meint ein Einkommen von weniger als 1,25 USD pro Monat, wenngleich angemerkt werden muss,dass die Erklärungskraft dieser Zahl beschränkt ist. In Afrika ist etwa der Grad an Selbstversorgung mit Lebensmitteln sehr hoch, teilweise liegt er bei 100%. Die Lebenserhaltungskosten sind also gänzlich anders aufgebaut als in industriellen Staaten..

Diese Einkommen auf 10 USD anzuheben bedeutet, dass die Einkommen dieser Menschen jährlich um rund 84 Mrd. USD wachsen müsste.

EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta beziffert alleine den Steuerausfall durch „Transaktionen missbräuchlicher Steuergestaltung“ nur in der EU auf jährlich 1000 Milliarden Euro. Soviel zu den Größenordnungen.

Umso mehr stellt sich die Frage, wie wir leben wollen und was das an politischen Entscheidungs- und Veränderungsbedarf bedeutet.

Die Bedeutung von innovativen Systemen mit denen Steuern korrekt eingehoben, Mindestlöhne garantiert und Sozialtransfers punktgenau wirken können wird hier schnell klar. Eine einseitige finanzielle Sicht ist aber nicht angebracht und würde das Problem der derzeitigen Wirtschaftsformen nur noch verstärken.

Lösungen für eine neue Gesellschaft, Digitalisierung 2.0

Im Rahmen des von Deutschland im Jahr 2013 maßgeblich angestoßenen gemeinsamen Projekts der G20-Staatengruppe gegen aggressive Steuergestaltungen multinationaler Unternehmen („BEPS“) wurden 15 Maßnahmen beschlossen, deren konsequente Umsetzung nun von der OECD überwacht wird.

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Als Killer-Applikation am Weg zur Steuergerechtigkeit und einer transparenten Regelung von Besitzverhältnissen (z.B. Land und Boden) generell wird vielfach Blockchain angesehen. Anderes gesagt, Blockchain ist im Grunde ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst“ , wie Maik Klotz in seinem Blog humorvoll erklärt.

Dezentral bedeutet, so Klotz weiter, dass das Protokoll, eine riesige Datenbank, nicht auf einem Server oder bei einem Unternehmen liegt sondern über viele Computer verteilt ist. Es gibt niemanden, dem dieses Journal gehört. Keine Behörde, Unternehmen oder Person hat Macht über dieses Journal. Jeder Teilnehmer hat die gleichen Zugriffsrechte und Möglichkeiten. Die Blockchain ist ein neutrales System der Informationsverarbeitung, welches niemandem gehört, nicht zu manipulieren oder zu hacken ist. Der Schutz vor Manipulation ist nur dann in Gefahr, wenn ein Angreifer mehr als 50 Prozent des gesamten Netzes innehat. In einem dezentralen System, wie es Blockchain ist, gibt es keinen zentralen Verwalter mehr der sagt, was richtig und was falsch ist. Wahr ist einfach das, was die Mehrheit sagt.

Die Blockchain-Technologie wird einen Teil der staatlichen Funktionen und der heutigen Banken überflüssig machen, wie wir der NZZ entnehmen können. Die Zeitschrift «Economist» erwähnte das Grundbuch. Vor allem dort, wo es bisher kein funktionierendes Grundbuch gab, nämlich in sämtlichen Entwicklungs- und in vielen Schwellenländern, wäre das eine große Chance. Schwächere Mitglieder der Weltgesellschaft könnten endlich auch gesichert Eigentum erwerben und so kreditwürdige Wirtschaftssubjekte werden. Ein Wachstumsschub wäre programmiert, vorausgesetzt, die Einführung der Grundbuch-Blockchain ginge einher mit einer die neuen Eigentumsverhältnisse begründenden Landreform. Projekte zu letzterem gibt es derzeit in Georgien (Grundbuch), Ghana und Schweden (Transaktionen). Einen guten Überblick zu Anwendungen von sogenannten Smart Contracts, also der Nutzung von Blockchain zur Herstellung vollständiger Rechtssicherheit und automatisierter Zahlungsflüsse, beispielsweise bei Urheberrechten, gibt Deloitte.

Es ist also Bewegung drin. Wir müssen zuerst mal den verkappten Weltherrschern mitteilen, dass wir das so nicht wollen. Hier habe ich noch Zweifel ob das auch alle so sehen. Jedenfalls braucht es gehörige Anstrengungen um die angestrengte Weltherrschaft einiger weniger Konzerne zu stoppen.

Die Belohnung die uns winkt ist aber unvorstellbar groß.

Das Ende der weltweiten Armut, ein Überblick was wir tun müssen um unsere Umwelt in einem guten Zustand zu erhalten und das Zurechtstutzen der parasitären Industrien wie der großen Banken, der großen Anwaltskanzleien und allen Bereichen die daran verdienen, dass uns der Überblick fehlt. Dazu gehören z.B. auch Money Transfer Systeme wie Western Union, die heute beachtenswerte Teile der Überweisungen von Expatriat Arbeitern kassieren.

Wie wir uns organisieren, wie wir arbeiten, leben und wie wir in Zukunft kommunizieren müssen?

Um kreativer zu sein, werden wir mehr ökonomische und politische Freiheiten benötigen als heute. Dank eines neuen Finanzsystems werden sich umwelt- und sozialverträgliches Verhalten lohnen. Eine Sharing Economy und Kreislaufwirtschaft werden es ermöglichen, mehr Menschen eine hohe Lebensqualität mit weniger Ressourcen zu bieten. Es werden sich neue Energiesysteme auf der Basis dezentraler Energieproduktion durchsetzen, wie die Dirk Helbing in der NZZ resumiert.

Was er anspricht zielt auf die immense Bedeutung offener Daten (Open Government Data und Open Data) und transparenter Datenflüsse ab.

Erst wenn wir wirklich Bescheid wissen über die Auswirkungen unseres Wirtschaftssystems, wenn wir einfach recherchieren können ob Hersteller von Konsumgütern Umwelt und Sozialgefüge zerstören, können wir der informierte Konsument sein, von dem die Industrie heute behauptet, dass wir es schon sind.

Das wird übrigens auch die heutige Art Werbung, PR- oder Marketing zu betreiben vollständig obsolet machen.

Am wichtigsten erscheint mir zum Schluss, dass wir eine andere Art der Zusammenarbeit brauchen.

Wir sind heute gewohnt unsere Anstrengungen durch Wettbewerb zu erhöhen, bessere Ergebnisse zu erzielen. Die desillusionierenden Ergebnisse der Deregulierung und Liberalisierung im Transportbereich zeigen uns, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

Vielfach wird verstärkt auf Kooperation gesetzt und diese ist – vor allem in sozialen Gefügen – auch ganz wichtig.

Unsere Anstrengungen müssen aber effizienteren und fehlertoleranten Wegen gelten, die nicht in strikte Hierarchien münden.

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob Termiten eine Baubehörde haben? Ob Sie eine Struktur an Meistern, Ingenieuren, Ober- und Untermaurern ausbilden und nach Tarif bezahlen? Nein. Ich schon.

Termiten bauen Häuser für Millionen Mitglieder ohne Hierarchien. Wissenschaftler der Harvard University haben Bauroboter entwickelt, die mit wenigen Prinzipien und Regeln ausgestattet einfache Bauwerke nach diesem Prinzip errichten können. Zu diesen Prinzipien zählt beispielsweise, dass man sich nicht selbst einmauert.

Ein neues System der Steuerung oder Kollaboration, das nicht dem konkurrenzförmigen hierarchischen Modell folgt, kann z.B. Stigmergie (siehe Bildunten) in den meisten seiner aktionsbasierten Systeme einsetzen. Es ist weder vernünftig noch wünschenswert, individuelle Gedanken und Aktionen einem Gruppenkonsens unterzuordnen in Bereichen, die die Gruppe nicht betreffen, und es ist offen gesagt unmöglich komplexe Aufgaben zu erledigen, wenn jede Entscheidung zur Prüfung vorgelegt werden muss — das ist die größte Schwäche des hierarchischen Modells. Der unglaubliche Erfolg so vieler Projekte ist das Ergebnis von Stigmergie, nicht Kooperation, und es ist Stigmergie, die uns helfen wird, schnell und effizient Ergebnisse zu produzieren, die weit besser sind als alles, was wir derzeit absehen können. Mal sehen ob uns das gelingt.

stigmergy

Stigmergie ist ein Mechanismus indirekter Koordination zwischen Beteiligten oder Aktivitäten. Das Prinzip basiert darauf, dass eine in einer Umgebung gelegte Spur die Ausführung der nächsten Aktivität anregt — durch die gleiche oder eine andere Beteiligte. Auf diese Weise tendieren die jeweils nachfolgenden Aktivitäten dazu, sich zu verstärken und aufeinander aufzubauen, was zu einer spontanen Emergenz kohärenter und offensichtlich systematischer Aktivitäten führt. Stigmergie ist eine Form der Selbstorganisation. Sie erzeugt komplexe, offensichtlich intelligente Strukturen ohne jeglichen Bedarf nach Planung, Kontrolle oder auch direkter Kommunikation zwischen den Beteiligten. — Wikipedia (en)

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